Neue Energieausweise: Was Sie beachten sollten

Dienstag, 15. September 2026 | Autor: Joachim Berner

Energieausweise ändern sich Energieausweise ändern sich Neue Effizienzklassen, zusätzliche Angaben und weiterhin zehn Jahre Gültigkeit – so sehen die kommenden Regeln für Energieausweise aus.

Energieausweise gelten zehn Jahre

Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 treten neue Regeln für Energieausweise in Kraft. Darauf verweist der Verband Privater Bauherren (VPB). Damit werden Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie umgesetzt. Was bedeutet das dann für Hausbesitzer und Kauf- sowie Mietinteressenten? Bisher haben die Energieausweise in Deutschland noch eine Skala von A+ bis H. Künftig zeigt eine EU-weit einheitliche Skala für die Effizienzklasse von A bis G die Energieeffizienz an. Darüber hinaus sollen die neuen Energieausweise mehr Informationen enthalten, etwa zu betriebsbedingten Treibhausgasemissionen – auch genauere Empfehlungen für energetische Modernisierung sind vorgesehen. Prinzipiell sind Energieausweise ab Ausstelldatum zehn Jahre lang gültig. Hausbesitzer dürfen die Dokumente bis zum darauf vermerkten Ablaufdatum weiterverwenden, sofern in der Zwischenzeit nicht wegen baulicher Veränderungen ein neuer Energieausweis erstellt werden muss. Bestehende Energieausweise werden also sukzessive auslaufen und durch neue ersetzt.

Bedarfsausweise sind aussagekräftiger

Die Ausweise werden maschinenlesbar sein, ihre Varianten bleiben gleich: Verbrauchsausweise und Bedarfsausweise. „Der Verbrauchsausweis dokumentiert die Energieeffizienz eines Gebäudes anhand des tatsächlichen Heizenergieverbrauchs von 36 zusammenhängenden Monaten, die bei Erstellung nicht länger als 18 Monate zurückliegen dürfen“, erläutert VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag. Dies sei stark abhängig vom Nutzungsverhalten der Bewohner. „Beim Bedarfsausweis sehen sich manche Energieberater das Gebäude an, andere verlassen sich auf geeignetes Bildmaterial. Dann wird daraus mit aufwendigen Modellen der theoretische Energiebedarf berechnet.“ Dafür werde ein typisches Nutzungsverhalten unterstellt. Dieser Wert ist laut dem VPB-Experten deutlich objektiver und aussagekräftiger.

Verbrauchsausweise sind billiger

In der Praxis werden mehr jedoch Verbrauchsausweise angefertigt, weil diese günstiger, schneller und einfacher zu erstellen sind als Bedarfsausweise. Je nach Gebäudetyp fallen zwischen 50 und 100 Euro für einen Verbrauchsausweis an, während ein Bedarfsausweis zwischen 300 und 800 Euro kosten kann. Unabhängig davon, wie viele Angaben der vorgelegte Energieausweis bereitstellt, für Hausbesitzer wie Kaufinteressenten gilt: Wer unabhängige Bausachverständige wie die aus dem Netzwerk des VPB zurate zieht, erhält einen über den Energieausweis hinausgehenden Einblick in die Substanz eines Gebäudes – samt klarer Einordnung, ob beziehungsweise wo Handlungsbedarf besteht.

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