Martin Ecker: „Wir erzeugen Strom und Wärme klimafreundlich aus Holz“

Dienstag, 24. Oktober 2017 | Autor: Joachim Berner

Die Firmen HDG Bavaria und Spanner Re² arbeiten bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zusammen. Gemeinsam bieten sie ein System an, das einen Hackschnitzelkessel mit einem Blockheizkraftwerk kombiniert. HDG Bavaria-Geschäftsführer Martin Ecker erklärt die Besonderheiten und Vorteile des Konzepts.

Herr Ecker, in einer Pressemitteilung Ihres Unternehmens schreiben Sie, dass viele Kunden schon seit Jahren HDG-Hackschnitzelheizungen mit Spanner Re²-Blockheizkraftwerken kombinieren. Was hat Sie veranlasst, jetzt gemeinsam das Konzept voranzubringen?
Die Stärken beider Anlagen ergänzen sich. Sie bieten eine optimale Lösung, klimafreundlich Strom und Wärme aus dem heimischen Rohstoff Holz zu erzeugen. Zudem kommen beide Unternehmen aus Niederbayern. Man kennt sich und spricht die gleichen Zielgruppen an. Es lag daher nahe, durch die Vertriebskooperation die Kräfte zu bündeln.

Die Holz-Blockheizkraftwerke von Spanner Re² erzeugen neben Strom auch Wärme. Warum braucht es noch eine Hackschnitzelanlage?
Die Kombination bietet Flexibilität und Sicherheit – gerade bei variierenden Energieanforderungen wie beispielsweise im Hotelgewerbe. Wird mehr Wärme benötigt – zum Beispiel in den Wintermonaten –, erzeugt sie der Zusatzkessel.

Auch andere Anbieter von Holzheizungen entwickeln Lösungen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Was macht das Thema derzeit so attraktiv?
In Zeiten kontinuierlich steigender Energiepreise nimmt der Wunsch nach Energie-Autarkie immer mehr zu. Die Kombination aus Holz-Kraft-Anlage und Hackschnitzelheizung ermöglicht die maximale Energieausbeute und somit eine effiziente Veredelung des regionalen Energieträgers Holz. Durch die nachhaltige Waldwirtschaft ist sichergestellt, dass die natürliche und recycelbare Sonnenbatterie Wald auch weiterhin vollgeladen zur Verfügung steht.

Worin unterscheiden Sie sich mit Ihrem Konzept von anderen?
Unsere Anlagen bieten ein breites Leistungsspektrum von 25 bis 400 kW. So kann das System je nach Einsatzbereich individuell auf die Anforderungen abgestimmt werden. Zudem sorgt die angepasste Regelungstechnik mit dem aufeinander abgestimmten Leistungs- und Wärmemanagement für ein wirtschaftliches Gesamtsystem. Neben der abgestimmten Technik sehen wir einen weiteren großen Vorteil darin, dass sich zwei Partner gefunden haben, die auf ihrem Gebiet führend sind: HDG mit 40-jähriger Erfahrung im Holzheizkesselmarkt und Spanner Re² als Weltmarktführer mit über 650 Anlagen im Feld.

Ließen sich bei Ihrem Konzept auch Pellets als Brennstoff einsetzen?
Unsere automatischen Holzheizsysteme können ebenso wie die Spanner Re²-Holz-Kraft-Anlagen mit nahezu jedem naturbelassenen Brennstoff aus Holz betrieben werden – auch mit Briketts und Pellets.

Was spricht für Holzhackschnitzel?
Grundsätzlich ist der Rohstoffpreis bei Hackgut günstiger als beispielsweise bei Pellets. Zudem können mit einer Siebanlage die Hackschnitzel für die Holz-Kraft-Anlage aufbereitet und dort verfeuert werden. Das HDG-Heizsystem kann das ausgesiebte Restmaterial problemlos nutzen. Mit dem Duo lässt sich der Brennstoff Holz also zu 100 % verwerten. Das macht das Duo besonders nachhaltig und ökonomisch attraktiv.

Unter welchen Rahmenbedingungen stellt die Kraft-Wärme-Kopplung mit Hackschnitzeln für welche Kunden ein attraktives System dar?
Für ein wirtschaftliches Gesamtsystem bietet sich die Kombination immer dann an, wenn kontinuierlich Strom und Wärme benötigt wird – auch in den Sommermonaten. Idealerweise hat der Kunde Zugang zum Brennstoff Holz und eine technische Affinität. Hotels und Gaststätten, land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie Nahwärmenetze sind ebenso wie Holz verarbeitende Betriebe prädestiniert für unser Energiekonzept.

Gibt es staatliche Förderung dafür?
Durch den Einsatz unserer Heizanlage zusammen mit einer Holz-Kraft-Anlage öffnet sich die volle Bandbreite staatlicher Förderprogramme – von den Anlagen bis zum Wärmenetz. Über die Programme der Kreditanstalt für Wiederaufbau sind nicht nur äußerst zinsgünstige Kredite zu bekommen, sondern auch hohe Tilgungszuschüsse möglich. Zusätzlich wird die Einspeisung in das Stromnetz zum Beispiel durch KWK- Zuschüsse oder laut dem EEG vergütet.

Sind Sie mit der Förderung zufrieden?
Das Thema Klimawandel ist im Moment aufgrund der internationalen politischen Situation besonders präsent. Deutschland hat sich hier ambitionierte und wichtige Ziele gesteckt. Um sie zu erreichen, bietet Biomasse ein großes Potenzial, das aktuell noch nicht voll ausgeschöpft wird. Ein noch konsequenteres Fördersystem wäre aus diesem Grund sicherlich wünschenswert. Wenn es um die Zukunft der Energieversorgung geht, dann wird derzeit viel über Sektorenkopplung diskutiert – also das Zusammenwachsen von Strom-und Wärmemarkt.

Was verstehen Sie darunter und wie fügt sich Ihr Konzept ein?
Die Sektorenkopplung gilt als Schlüsselkonzept für die Energiewende und den Aufbau von Energiesystemen mit 100 % erneuerbaren Energien. Eine Holz-Kraft-Anlage mit einem nachgeschalteten effizienten Wärmesystem – und hierzu gehört eben auch die CO2-neutrale Wärmeerzeugung mit einer Hackgutheizung für die Spitzenlast – ist ein Musterbeispiel für ein derartiges Hybridsystem.

Die Fragen wurden per E-Mail gestellt.

Bewerten Sie diesen Beitrag

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
5.052
Schlagworte: , , , ,

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre persönlichen Daten

Ihr Kommentar

Sie haben News für die Pellets-Branche?

Senden Sie diese an news@pelletshome.com

Newsletter
Bleiben Sie immer up to date. jetzt Newsletter abon­nie­ren

schnell und einfach den richtigen Pelletofen finden!

zum Produktfinder

zur Navigation Sprache wählen: Home | Sitemap | English | Français | Italiano

Hauptmenü: