Kommunale Wärmeplanung kommt voran

Dienstag, 02. September 2025 | Autor: Joachim Berner

Kommunale Wärmeplanung Kommunale Wärmeplanung Immer mehr Gemeinden in Deutschland treiben die kommunale Wärmeplanung voran. Das zeigt eine Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Kommunale Wärmeplanung

Bis Anfang Mai 2025 hat die Hälfte aller Gemeinden in Deutschland – das sind 5.085 – damit begonnen, eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen. Weitere 488 Gemeinden (4,5 Prozent) haben ihren Wärmeplan bereits abgeschlossen. Das geht aus der Studie Wärmewende in Deutschland: Kommunale Wärmeplanung im Überblick des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung hervor. Demnach leben 66 Prozent der Bevölkerung in Gemeinden mit begonnener Wärmeplanung, weitere 16 Prozent in Gemeinden mit bereits fertigen Plänen. Lediglich 18 Prozent der Bevölkerung wohnen in Gemeinden ohne dokumentierten Planungsstart. Das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze schafft seit dem 1. Januar 2024 erstmals einen bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen. Es verpflichtet die Länder, Wärmepläne für ihr Gebiet sicherzustellen. Die Fristen sind gestaffelt: Gemeinden mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern müssen bis zum 30. Juni 2026 liefern, alle übrigen bis zum 30. Juni 2028.

Wozu die kommunale Wärmeplanung dient

Besonders weit ist der Fortschritt in Baden-Württemberg: Hier liegt in knapp einem Viertel der Gemeinden bereits ein fertiger Wärmeplan vor. In Schleswig-Holstein sind es zwar nur 3,2 Prozent, diese decken jedoch fast 45 Prozent der Landesbevölkerung ab. Auch in Nordrhein-Westfalen, wo viele große Kommunen mit Frist bis 2026 verpflichtet sind, sind mehr als 80 Prozent der Gemeinden bereits aktiv. Kommunale Wärmepläne bilden die Grundlage für die strategische Ausrichtung der lokalen Wärmeversorgung. Sie zeigen auf, wie der Wärmebedarf einer Kommune künftig klimaneutral gedeckt werden kann, welche Infrastrukturen dafür angepasst oder neu aufgebaut werden müssen und wo sich erneuerbare Energien, Abwärmequellen und effiziente Technologien am besten nutzen lassen. Die Pläne erfassen dabei das gesamte Gemeindegebiet. Ziel ist es, langfristig tragfähige und verlässliche Entscheidungsgrundlagen für Kommunen, Energieversorger, Wirtschaft und private Haushalte zu schaffen.

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