Klimafaktenpapier zeigt massive Veränderungen des Klimasystems

Mittwoch, 19. November 2025 | Autor: Joachim Berner

Klimafaktenpapier: globale Erwärmung Klimafaktenpapier: globale Erwärmung Die globale Erwärmung schreitet weiterhin schnell und ungebremst voran. Mehrere Indikatoren haben Rekordwerte erreicht. Das geht aus dem Klimafaktenpapier hervor, einer Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes zum Klimawandel.

Klimafaktenpapier erklärt Klimakrise verständlich

Das Klimafaktenpapier zeigt mit seinen Daten: Seit fast 50 Jahren war jedes Jahr wärmer als der Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Zudem traten die zehn global wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sämtlich in den vergangenen zehn Jahren auf – mit 2024 als jüngstem Rekordjahr. Das Klimafaktenpapier wurde erstmals 2020 veröffentlicht und wird regelmäßig aktualisiert. Es hat sich zu einem Referenzpapier entwickelt, das Laien die wichtigsten Fakten und die hohe Brisanz des aktuellen Klimawandels auf wenigen Seiten nahebringt. Vorgelegt wird es von sechs führenden Organisationen der Klimaforschung und -kommunikation.

Wetterextreme nehmen zu

Laut dem Copernicus-Klimadienst ist Europa der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. „Wir beobachten, dass weltweit Meer- und Festlandeis schrumpfen, der Anstieg des Meeresspiegels sich beschleunigt und Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen zunehmen“, sagt Professor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung. Gleichzeitig bleibe die aktuelle Klimapolitik hinter den aus dem Pariser Abkommen abgeleiteten Klimazielen zurück. Die 1,5-Grad-Grenze wird nach wissenschaftlicher Einschätzung innerhalb des nächsten Jahrzehnts überschritten.

Klimawissenschaftler fordern politisches Handeln

Bei einem weiteren Temperaturanstieg steigen auch die Risiken erheblich, dass es zu abrupten, unumkehrbaren und sich teils selbst verstärkenden Veränderungen kommt. Auch können sogenannte Kipppunkten im Erd- und Klimasystem erreicht werden. „Angesichts des Forschungsstandes zum Klima ist es gefährlich, bestehende Klimaschutzinstrumente, die auf EU-Ebene bereits beschlossen wurden, wieder infrage zu stellen“, erklärt Carel Mohn, Geschäftsführer des Wissenschaftsportals Klimafakten. Ganz im Gegenteil bräuchte es noch entschlossenere und ambitioniertere Politiken als bisher, um sich an bereits unvermeidliche Klimaveränderungen anzupassen und mit dem Ausstoß von Treibhausgasen aufzuhören.

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