Thomas Bleul: „Ich glaube weiterhin an Pellets“

Sonntag, 01. Januar 2017 | Autor: Joachim Berner

Im Frühjahr 2016 hat Spanner Re² den österreichischen Pelletskesselanbieter Hapero übernommen. Seit zwei Jahren schon bietet der niederbayerische Hersteller von Holzvergaseranlagen schlüsselfertige Heizzentralen mit Pelletssystemen an. Im Interview mit Pelletshome.com spricht Geschäftsführer Thomas Bleul  über die Firmenentwicklung.

Herr Bleul, Sie haben dieses Jahr das zehnjähriges Jubiläum von Spnner Re² gefeiert. Wenn Sie zurückblicken, was waren besondere Meilensteine für Sie?
Wir sind damals sehr bewusst aus der Automobilindustrie in die erneuerbaren Energien eingestiegen. In Biomasseheizungen sehen wir die leichteste Möglichkeit, Kohlendioxid einzusparen. Mit Biomasse ist es relativ einfach, Gas und Öl zu ersetzen. Im ersten Jahr hat uns das schnelle Wachstum beeindruckt. Wir haben 2006 den Boom miterlebt, aber dann eben auch 2007 den enormen Rückgang. Wir hatten damals die Fertigung damals für die Firma Biotech aufgebaut und die Mitarbeiterzahl stark reduzieren müssen. Mit dem Holzvergaser haben wir dann wieder einen Aufschwung erlebt. Strom und Wärme aus Biomasse zu erzeugen, war für uns ein logischer Schritt. Wir glauben, dass Biomasse in großer Menge vorhanden ist. Ihr Vorteil: Man kann sie im Gegensatz zur Photovoltaik bedarfsgerecht nutzen. Heute sind wir auch eine Entwicklungsfirma.

Inwiefern passt die Übernahme von Hapero in diese Entwicklung?
Wir vergasen beziehungsweise verstromen mittlerweile Holzpellets. Dazu bauen wir eine kleine Anlage mit neun Kilowatt elektrischer und 25 Kilowatt thermischer Leistung. Wir werden sie in Zukunft in Kombination mit Heizsystemen anbieten. Wir wollen Heizzentralen liefern, die Strom und Wärme bedarfsgerecht erzeugen. Unsere Heizzentralen mit Pellets bieten sich beispielsweise für kleine Pensionen oder Hotels an, die nicht an das Gasnetz angeschlossen sind.

Die Hapero-Pelletsheizungen fertigen Sie inzwischen im eigenen Haus. Werden Sie die Marke Hapero fortführen oder die Kessel künftig unter Ihrem Namen vertreiben?
Wir vertreiben sie als Re² Hapero-Kessel.

Wie geht es mit dem Re² Hapero-Kessel weiter?
Wir haben 2016 die Kesseltechnik stabilisiert. Dazu haben wir uns angesehen, welche Fehler draußen vorlagen und darauf reagiert. So haben wir zum Beispiel gewisse Bauteile verstärkt. In der aktuellen Heizsaison kontrollieren wir, ob die Maßnahmen wirken. Wir haben Interesse, eine eigene Kessellinie zu entwickeln. Wir werden aber keinen eigenen großen Namen aufbauen, weil es uns nicht interessiert, den großen und gut etablierten Firmen Konkurrenz machen. Ich glaube aber, dass die Pelletsbranche wieder einen starken Aufschwung erleben wird. Und ich glaube, wenn der Brennstoff wieder Aufwind bekommt, dass es dann Vertriebsorganisationen geben wird, die unser Produkt haben wollen. Dass man dann ein OEM-Produkt gut an den Mann bekommen kann, davon bin ich überzeugt.

Derzeit hat die Pelletsbranche mit einem Marktrückgang in seinen mitteleuropäischen Absatzregionen zu kämpfen, was unter anderem zur Insolvenz von Hapero geführt hat. Was stimmt Sie dennoch optimistisch?
Ich glaube weiterhin an Pellets. Es gibt nichts einfacheres, um Kohlendioxid im Heizbereich zu sparen. Sicher ist, dass wir ein CO2-Problem haben. Außerdem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis eine CO2-Steuer kommt.

Weitere Informationen: www.holz-kraft.de

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