Die Solvis GmbH & Co KG bietet mit SolvisMax seit Jahren einen Energiemanager an, der einen Wärmespeicher mit Heiztechnik kombiniert. Es gibt Modelle, die entweder einen Öl- oder Gasbrennwertkessel oder eine Wärmepumpe in einen Solarspeicher intergieren. Im Gespräch mit Pelletshome.com erklärt Pressesprecherin Gabriele Herde wie es zu seiner Entwicklung kam, weshalb es mit der Integration eines Pelletsbrenners etwas länger dauert und warum ein solarer Wäschetrockner beim Energiesparen hilft.
Frau Herde, was hat Solvis veranlasst, in Solarspeicher integrierte Wärmerzeuger zu entwickeln?
Als Solarpionier war Solvis die Bedeutung der Solarenergie schon früh bewusst und ihr Einsatz mit großen Visionen verbunden. Dazu gehörte, die Sonne möglichst einfach und effizient zum Heizen zu nutzen. Als standardmäßig noch simple Warmwasserspeicher eingesetzt wurden, wollten wir schon mehr. 1995 haben wir mit dem Schichtspeicher SolvisIntegral, dem heutigen SolvisMax Futur einen ersten wichtigen Schritt in eine andere Richtung gemacht. Er ließ sich an eine bestehende Heizung anschließen. Drei Jahre später haben wir den SolvisMax mit einem integrierten Gasbrenner auf den Markt gebracht.
Gabriele Herde (Foto: Solvis)
Was ist das Besondere am SolvisMax?
Bei dem kompakten Solarheizsystem steht der Schichtspeicher im Zentrum. Die Wärme wird im Speicher über Kunststoffrohre mit Auslassklappen in die Schicht gleicher Temperatur geführt. Also heißes Wasser nach ganz oben und warmes in die Mitte. Die Solarwärme wird so effizient genutzt. Der integrierte Brenner spart Platz und reduziert die Energieverluste auf ein Minimum. Die Sonne hat grundsätzlich Vorrang. Nur wenn sie nicht ausreicht, heizt der integrierte Brenner nach. Der Modulaufbau ist sehr flexibel: Soll nur der Heizkessel installiert werden, lässt sich die Solaranlage auch nachträglich anschließen. Oder der Kunde kombiniert den Speicher mit der noch funktionierenden Heizung und rüstet erst später den Brenner nach. Außerdem wird das Frischwasser immer in Lebensmittelqualität erwärmt.
Solvis führt einen Pelletskessel in seinem Produktprogramm. Haben Sie schon daran gedacht, auch diese Heiztechnik in einen Solarspeicher zu integrieren?
Ja, das haben wir. Die Variante ist schon in der Entwicklung. Sie dauert aber länger als geplant.
Was hat die Entwicklung verzögert?
Wir mussten mit dem begrenzten Platz durch den Flansch des Speichers auskommen. Diese Erfahrung zeigt, dass die Kombination eines Pelletsbrenners mit einem Speicher eine große Herausforderung ist. Größer, als wir sie zu Beginn eingeschätzt haben.
Worin bestehen die besonderen Schwierigkeiten?
Bei den abschließenden Tests zur geplanten Nullserie hat sich gezeigt, dass unsere Ansprüche nicht bei allen Aspekten ausreichend erfüllt wurden. Damit wäre ein Betrieb zu unserer Zufriedenheit und mit 100-prozentiger Qualität für eine Langzeitfunktion nicht gewährleistet gewesen. Das bedeutet, dass wir konstruktive Änderungen machen müssen. Mehr möchten wir dazu zu diesem Zeitpunkt nicht sagen.
Ein solches Kombigerät vereinfacht die Systemtechnik ganz erheblich. Sehen Sie das Potenzial auf diesem Gebiet damit ausgereizt?
Nein, es gibt noch weitere Möglichkeiten. Wir hatten zum Beispiel vor Jahren eine Absichtserklärung mit VW unterschrieben, um gemeinsam eine Brennstoffzelle zu entwickeln. Sie hätte Wärme und Strom gleichzeitig erzeugen können. Doch Brennstoffzellen für einen dauerhaften Einsatz von mindestens zehn Jahren zu entwickeln, ist bislang nicht gelungen. Deshalb wurde das Projekt auf Eis gelegt.
Solarheizkessel SolvisMax (Foto: Solvis)
Wo sehen Sie noch technologische Möglichkeiten für Verbesserungen bei Pellets-Solar-Kombianlagen?
In einfacheren Pelletsfördersystemen und einer einfacherer Systemtechnik.
Der Ökowärmemarkt hat in den beiden vergangenen Jahren in Deutschland starke Einbuße hinnehmen müssen. Wie haben Sie als Unternehmen versucht, diesem Trend zu wiederstehen?
Der Solarwärmemarkt zeichnet sich schon immer durch Höhen und Tiefen aus. Wir sind einfach in Übung, mit den Berg- und Talfahrten umzugehen – auch wenn es nicht immer einfach ist. Allerdings haben wir in den Tälern meist Marktanteile gewonnen. Das zeigt, dass wir mit unserem flexiblen System im Trend liegen.
Sie haben in den vergangenen Monaten einen solaren Wäschetrockner präsentiert. Wie hoch schätzen Sie sein Potenzial ein?
Die Solarwärmenutzung wird in Zukunft bei Haushaltsgeräten immer mehr an Bedeutung gewinnen. Denn Geräte wie Waschmaschinen brauchen hauptsächlich Wärme. Die Wärme über Strom zu erzeugen ist ein unsinniger Umweg. Außerdem ist Strom eine wertvolle Energie, die wir künftig an anderer Stelle benötigen, für Elektromobile zum Beispiel. Darum sollten wir Strom für Stromanwendungen und Wärme für Wärmeanwendungen nutzen. Der Solarwäschetrockner als ein gemeinsames Entwicklungsprojekt mit Miele folgt diesem Gedanken. Jährlich werden rund eine Million Wäschetrockner gekauft. Es gibt also ein großes Einsparpotenzial.
Was kann die Branche aus Ihrer Sicht tun, um den Ökowärmemarkt zu beleben?
Der wichtigste Punkt ist eine klare Vorgabe von staatlicher Seite. Die Diskussion um diverse Maßnahmen wie zurzeit über die steuerliche Förderung der Gebäudemodernisierung bringt nur Verunsicherung. Dann warten die Menschen immer weiter auf bessere Zeiten und merken nicht, wie ihnen dadurch Jahre an Energieeinsparung durch die Lappen gehen. Das ist so, als würde jemand das Geld unter der Matratze deponieren bis die Zinsen hoch genug sind. Es gibt immer wieder verschiedene Vorschläge von Fachleuten, die einfach nicht umgesetzt werden.
Welche meinen Sie?
Zum Beispiel im Sommer der Entwurf der Bundesregierung, eine umfassende Gebäudemodernisierung über steuerliche Abschreibung attraktiv zu machen. Diese Richtung haben die Solarverbände befürwortet und um den Vorschlag ergänzt, auch Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel eine neue Solarheizungabschreiben zu können. Das wurde abgelehnt. Letztlich fand das ganze Thema keine Mehrheit im Bundesrat.
Weitere Informationen: www.solvis-solar.de
Ich habe einen SolvisMax seit 2 Jahren mit Solar Modul,
den möchte ich mit einen Pelletsbrenner ausrüsten.
Die Frage ist, was kostet der Brenner mit Ladesystem,
und wann ist er eisatz fähig?