„Endverbraucher zeigen großes Interesse an Pelletsheizungen“

Dienstag, 27. März 2012 | Autor: Joachim Berner

Heizen im großen Stil und mit mehreren Holzbrennstoffen – das sind die Stichworte für die Neuheiten des niederbayerischen Holzkesselherstellers HDG Bavaria GmbH. Mit Geschäftsführer und Vertriebsleiter Max Wohlmannstetter sprach Pelletshome.com über Feuerungstechnik, Fernsteuerung und Förderung moderner Holzheizungen.

HDG hat den Biomassekessel M300-400 für Hackschnitzel und Pellets mit Leistungen von 300 bis 400 Kilowatt vorgestellt.  Was ist das Besondere an seiner Feuerungstechnik?
Entscheidend für die optimale und damit saubere Verbrennung sind neben dem bewegten Zweizonen-Stufenrost die gezielte Zugabe von Verbrennungsluft in drei Brennraum-Abschnitten sowie die ausgeklügelte Geometrie der Brennkammer.  Die Technik ermöglicht bei 94 Prozent Wirkungsgrad einen kontinuierlichen und vollständigen Abbrand der Brennstoffe und verursacht sehr geringe Emissionen. Die Heizanlage hält verbrennungstechnisch die sehr strengen deutschen Emissionsvorschriften ein.

Auf welche Kundengruppe zielen Sie mit der Anlage ab?
Auf Contracting-Unternehmen, Gaststätten, Hotels  und Wohnungsbaugesellschaften genauso, wie auf öffentliche Einrichtungen, energieintensive Gewerbebetriebe, landwirtschaftliche oder holzverarbeitende Betriebe. Erneuerbare Energien kommen außerdem in privaten und öffentlichen Gebäuden mit Nahwärmenetzen immer häufiger zum Einsatz. Mit der HDG M300-400 können wir durch Kaskadenschaltungen den Leistungsbereich auf bis 800 Kilowatt mit einem sehr interessanten Preis-Leistungs-Verhältnis abdecken.

Welche Vorteile bietet die Web-Visualisierung, über die sich die Anlage kontrollieren lässt?
Mit ihr kann man aus der Ferne auf die HDG-Heizanlage zugreifen, um sie zu überwachen, zu bedienen oder zu warten. Betriebszustände, Temperaturen und Verbrennungs-Parameter können abgefragt und verändert sowie Störmeldungen abgelesen werden. Die Web-Visualisierung optimiert die Heizanlage mit Hilfe gespeicherter und aufbereiteter Kesseldaten. Heizungsbauer oder Mitarbeiter des Werkskundendiensts können sich einfach und sicher auf die Heizanlage aufschalten. Zudem verfügt die HDG Web-Visualisierung über eine definierte Schnittstelle zu anderen Regelsystemen der Gebäudeautomatisation. Derzeit ist die HDG Web-Visualisierung im Leistungsbereich von 100 bis 400 Kilowatt erhältlich.

Bei der ebenfalls neu vorgestellten Scheitholz-/Pellet-Kombination handelt es sich um Kessel aus Ihrem Standardprogramm. Warum sollte sich jemand für die Kombination entscheiden und dabei doppelt zahlen?
Die Scheitholz-/Pellet-Kombination besteht aus zwei vollwertigen und optimal miteinander kombinierten Heizkesseln, die über eine zentrale Regelung gesteuert werden. Der Kunde erhält dadurch für jeden Brennstoff einen ausgewiesenen Spezialisten zugewiesen. Aufgrund geringerer Betriebsstunden bedeutet das eine Verlängerung der Lebensdauer der einzelnen Heizkessel. Der Kunde kann die für seine Verhältnisse optimale Kesselkombination bezüglich Leistung,  Austragungs- und Beschickungsvarianten wählen. Zudem kann er jederzeit und unterbrechungsfrei von dem einen auf den anderen Kessel wechseln – und die HDG-Kombination ist auch bezüglich des Platzbedarfes nur unwesentlich größer. HDG bietet somit zwei vollwertige Kessel zum Preis von einem Kombinationskessel.

HDG M300-400 (Foto: Berner) Was erwarten Sie vom Pelletsmarkt in diesem Jahr?
Die Endverbraucher zeigen großes Interesse an Pelletsheizungen. Fossile Brennstoffe rücken im privaten Bereich zweifelsohne immer mehr in den Hintergrund. HDG geht davon aus, dass sich der Markt im Leistungsbereich bis 50 Kilowatt ähnlich wie im Vorjahr entwickeln wird. Im höheren Leistungsbereich rechnen wir mit einer steigenden Nachfrage.

In Deutschland wird die Energiewende fast ausschließlich in Bezug auf den Strommarkt diskutiert. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
Zum einen war die Atomkatastrophe von Fukushima in Deutschland der Ausgangspunkt der Energiewende, zum anderen fokussiert sie sich aufgrund der Marktbedeutung sowie der Marktmacht der großen Stromkonzerne auf den Strommarkt. Der Biomasse-Markt dagegen ist von zahlreichen mittelständisch orientierten Unternehmen geprägt, deren Einfluss nicht mit dem der großen Stromunternehmen zu vergleichen ist. Hinzu kommt, dass die Bedeutung des Wärmemarkts für das Erreichen der Energiewende unterschätzt wird.

Wie ließe sich das ändern?
Um die Bedeutung der erneuerbaren Wärme im Gebäudebestand deutlich zu machen, wäre eine entsprechende Informationskampagne sicherlich sinnvoll. Des Weiteren sollte die derzeit relativ kurzfristige und am Haushaltsbudget orientierte Förderpolitik der Bundesregierung langfristigen Förderprogrammen Platz machen. Ebenso wäre es wichtig, die Verunsicherung in der Bevölkerung aufzuheben und ihnen als Anlagemöglichkeit moderne Holzheizsysteme schmackhaft zu machen.

Weitere Informationen: www.hdg-bavaria.com

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1 Kommentar

  1. Schneyer,Enno sagt:

    Ich habe die Konsequens aus den ständig steigenden Heizölpreisen gezogen und schaffe mir dieses Jahr eine Pelletheizung an.Ich befürchte aber,das die Pellethersteller der Nachfrage entsprechend längerfristig die Preise auch anheben werden. E.S.

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