Bei der Heizungsmesse ISH 2013 hat der niederbayerische Kachelofenhersteller Brunner seine neuen Holzheizkessel vorgestellt. Im Gespräch mit Pelletshome.com erklärt Mitgesellschafter Hubertus Brunner warum die Firma nun auch Kessel anbietet und wodurch sie sich auszeichnen.
Herr Brunner, Sie bieten seit neuestem Holzkessel neben Kamin- und Kachelöfen an. Warum haben Sie Ihr Produktangebot ausgeweitet?
Wir wurden seit einigen Jahren vermehrt von Heizungsbauern dazu animiert beziehungsweise darauf angesprochen. Unsere Kompetenz beim Heizen mit Holz ist allgemein bekannt. Aber nahezu 90 % aller Anbieter kommen aus Österreich. Da ist sicherlich noch Platz für einen guten nationalen Hersteller. Es besteht gerade bei Holzheizkesseln ganz offensichtlich der Wunsch nach einem guten deutschen Hersteller.
In Ihren Prospekten sprechen Sie von der Naturkraft-Heizung und nicht von einer Biomasseheizung. Weshalb?
Naturkraft ist einfach sympathischer, wenn wir über Wärme aus Sonne und Holz reden. Biomasse klingt für uns zu sehr nach Komposthaufen oder Biogasanlage. Und außerdem: Wo bleibt da die Sonne? Eine Naturkraftheizung ist vielseitiger.
Welche technischen Besonderheiten zeichnen Ihre neuen Pelletskessel aus?
Unsere eigenständig entwickelte keramische Brennkammer mit einer langlebigen Doppelwirbelkammer für besonders niedrige Emissionen. Dazu eine unkomplizierte Technik in der Brennrost-Mechanik, um eine geringe Störanfälligkeit zu gewährleisten. Einfache Zugänglichkeit von der Vorderseite des Pelletkessel zu allen Bauteilen und Bereichen einschl. Brennkammer. Perfektes Konzept unserer eigenen Linux-basierenden Touch-Steuerung mit Schnittstelle zur BHZ-Heizzentrale.
Was war die größte Herausforderung bei der Entwicklung?
Perfektion und eine hohe Produktreife erreichen – das ist unser höchster Anspruch.
Handelt es sich beim Systemspeicher ebenfalls um eine eigene Entwicklung und wie ist er aufgebaut?
Seit 1992 bieten wir Lösungen an, die die wasserführende Wärmeleistung von einem Kachelofenkessel sinnhaft in eine Heizung einbindet. Wir haben deshalb schon vor über 20 Jahren einen eigenen Systemspeicher entwickelt. Damals handelte es sich bei einer Heizung fast immer um eine Ölheizung ohne Pufferspeicher. So gingen wir den Weg, den Menschen die Idee einer Sonnen-Holz-Heizung mit einem Pufferspeicher und einer dazu abgestimmten Hydraulik und Steuerung zu verkaufen. Wir nannten es damals das DAVID-System und den Systemspeicher DZE – Davis-Zentral-Einheit. Die Öl- oder Gasheizung konnte natürlich nachrangig eingebunden werden. So gab es dann unterschiedliche Evolutionsstufen: angefangen mit der DZE bis heute zur HZB. Ich denke, wir haben hier die längste Erfahrung anzubieten.
Welche Idee steckt hinter der Hydraulikbox?
Einen fehlerfreien und perfekten Anschluss aller möglicher Wärmeerzeuger und Wärmeverbraucher über den Heizungsbauer. Dazu eine freundliche Bedienung um das Thema Heizung für jedermann und jederfrau verständlich zu machen.
Sie haben ihren Pelletskesseln mit Pelletini, Pelletikum und Pelletikus vom lateinischen entlehnte Namen gegeben. Warum?
Vielleicht weil sich die Menschen im altbairischen Siedlungsraum unter anderem aus einer Mischung von Keltenstämmen und zurückgebliebenen Römern im 2. bis 5. Jahrhundert entwickelt haben?
Welche Zielgruppe wollen Sie ansprechen?
Anspruchsvolle Bauherren von Einfamilienhäusern – für Renovierung und Neubau.
Auf welchem Weg werden Sie die Holzkessel vertreiben?
Über ausgesuchte holzheizbegeisterte Heizungsbauer, die direkt beliefert werden.
Warum wählen Sie einen anderen Weg als bei den Kaminöfen?
Hier handelt es sich um zwei grundsätzlich unterschiedliche Handwerksgruppen. Das Ofenbauhandwerk wird traditionell über wenige Fachgroßhändler beziehungsweise Einkaufsgenossenschaft des Ofenbauhandwerks beliefert. Das Heizungsbauhandwerk wird dagegen sehr breit über ihren Fachgroßhandel beliefert. Dass ist für das preisgetriebene Massengeschäft üblich, aber nicht gut für anspruchsvolle Produkte. Wir wollen aber unsere Heizkessel und Systemspeicher nur an ausgebildete Naturkraftpartner liefern. Diesen selektiven Vertriebsweg können wir nur garantieren, wenn wir ihn über einen direkten Verkauf kontrollieren können. Das garantiert unseren Partnern den notwendigen Deckungsbeitrag und wir wissen, unsere Technik wird mit Fachkenntnis so eingebaut, dass unser Kunde auch die versprochene Freude damit hat. Diese Art einen Vertrieb aufzubauen dauert länger, geht aber bei technisch anspruchsvollen Bauteilen mit einem hohen Kompetenzanspruch an Partnern nicht anders.
Weitere Informationen: www.naturkraft.de