Der Markt für Industriepellets hat bislang nicht die großen Erwartungen der Branche erfüllt. Frühere Vorhersagen haben sich als falsch erwiesen. Darauf weist das US-amerikanische Beratungsunternehmen Future Metrics in einem aktuellen Papier zum globalen Markt für Industriepellets hin.
Politische Rahmenbedingungen erschweren Verfeuerung von Industriepellets
In dem “The Current State of the Industrial Wood Pellet Markets” betitelten Dokument weist Firmengründer William Strauss darauf hin, dass die Prognosen nicht die geänderte politische Lage hätten voraussagen können. So setzen derzeit unsichere Rahmenbedingungen und ein Brennstoffüberangebot die Hersteller unter einen hohen Preisdruck und verhindern Investitionsentscheidungen der Energieversorger. Die Umstellung von Kohlekraftwerken auf den umweltfreundlichen Brennstoff läuft in Europa deshalb gerade auf Sparflamme. Einige Projekte wurden eingestellt, andere stehen vor einer ungewissen Zukunft. Im englischen Lynemouth verzögert eine EU-Prüfung der vergebenen Fördergelder die Umstellung. Das Kraftwerk hat der tschechische Energiekonzern EPH im Januar von RWE gekauft. Und im ebenfalls englischen Ironbridge hat Eon sein bereits umgestelltes Kraftwerk wegen eines Brandes stillgelegt.
Markt für Industriepellets in Japan wächst
Laut Future Metrics dürfte der europäische Markt für Industriepellets bis 2022 zwar auf über 20 Millionen Tonnen wachsen – eine Größe, die Vorhersagen vor einigen Jahren bereits für 2016 erwartet hatten – danach aber stagnieren. Als größtes Absatzland für Industriepellets dürfte England mit zehn Millionen Tonnen die Hälfte ausmachen. Danach werden nach Angaben des auf Pelletsmarkt spezialisierten Beratungsunternehmens Belgien mit 3,5 Millionen Tonnen, die Niederlande mit 3,4 Millionen Tonnen und Dänemark mit 3,1 Millionen Tonnen folgen. Neue Absatzländer könnten den Markt für Industriepellets in den kommenden Jahren beleben. So erwartet Future Metrics, dass der Bedarf in Japan bis 2020 von derzeit etwa 200.000 auf 1,8 Millionen Tonnen steigen wird. Weil die japanische Regierung neue Ziele zur Senkung des Kohlendioxidausstoßes erlassen habe, würden einige große Stromversorger planen, ihre Kohlekraftwerke auf Pellets umzustellen.