Gemeinwohl fördern statt Gewinne maximieren

Montag, 01. Januar 2018 | Autor: Joachim Berner

Politische Anreize für eine am Gemeinwohl orientierte Form des Wirtschaftens fordert Greenpeace von der künftigen Bundesregierung. Die Gemeinwohl-Ökonomie schaffe Anreize für Unternehmen, mit ihrem Wirtschaften das Wohl der Gesellschaft zu mehren, statt wie zumeist alleine nach maximiertem Gewinn zu streben.

Gemeinwohl-Ökonomie will Umwelt und Wirtschaft in Einklang bringen

“Der Dieselskandal und die ökologischen Schäden durch das Pflanzengift Glyphosat sind nur zwei Belege dafür, wie unser heutiges Wirtschaftssystem Mensch und Umwelt schadet”, sagt Greenpeace-Geschäftsführerin Sweelin Heuss. Die nächste Bundesregierung müsse deshalb wirtschaftliche Entscheidungen belohnen, die das Gemeinwohl fördern und die ökologischen Grenzen des Planeten einhalten. Greenpeace hat Mitte Dezember als erste Umweltorganisation eine Gemeinwohl-Bilanz vorgelegt, wie sie die Sparda Bank München und Vaude bereits zuvor erstellt hatten. Die Bewertung richtet sich unter anderem danach, wie sehr Unternehmen und Organisationen auf Kooperation statt auf Konkurrenz setzen und ob ihr Handeln auf mehr Wohl oder höheren Gewinn abzielt. “Das derzeitige Wirtschaftssystem lässt diese wahren Kosten des Wirtschaftens meist unberücksichtigt und straft engagierte Unternehmen geradezu ab”, sagt Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz.

Mehr Firmen wollen mehr Gemeinwohl

Die Zahl der Unternehmen, die die noch junge Idee der Gemeinwohl-Ökonomie unterstützen, ist inzwischen auf mehr als 2.000 gewachsen. Das Modell schlägt variable, an ökologischen und sozialen Kriterien ausgerichtete Anreize und Abgaben vor. Dumpingpreise, Verstöße gegen Umwelt- und Sozialauflagen, Steuertricks oder feindliche Übernahmen verschlechtern die Gemeinwohl-Bilanz und führen zu höheren Steuern, Zöllen und Kreditzinsen. Unternehmen mit ethischer Verantwortung werden umgekehrt bei öffentlichen Aufträgen bevorzugt und zahlen geringere Steuern. “Statt Gewinnstreben und Konkurrenz müssen Gemeinwohlstreben und Kooperation belohnt werden”, sagt Gemeinwohl-Begründer Christian Felber. Die Wirtschaft müsse der Gesellschaft dienen, nicht umgekehrt. Finanzgewinn dürfe nicht Ziel, sondern nur Mittel des Wirtschaftens sein.

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