Solarenergiedörfer: Beispiel Mengsberg
Dörfliche Wärmenetze mit Sonne und Holz zu beheizen, sogenannte Solarenergiedörfer, wird zum Erfolgsmodell. Das teilt das Steinbeis Forschungsinstitut Solites mit.
Zahl an Solarenergiedörfer steigt von fünf auf acht
“Während bundesweit der Wärmesektor das Sorgenkind der Energiewende ist, machen zahlreiche Dörfer vor, wie die Umstellung auf erneuerbare Energien auf einen Schlag zu meistern ist”, sagt Solites-Geschäftsführer Thomas Pauschinger. Immer häufiger würden Dorfgemeinschaften auf die Kombination Sonne und Holz setzen. Im Sommer übernimmt eine große Solarthermieanlage die Wärmeversorgung vollständig. Ging in den vergangenen zwei Jahren jeweils ein solches Netz an den Start, so wird im Jahr 2018 bis zum Jahresende die Zahl der deutschen Solarenergiedörfer um fünf auf insgesamt acht wachsen. Solites ist für das Projekt Solnet 4.0 zur Förderung solarer Wärmenetze zuständig.
Im SOmmer bleiben die Holzkessel ausgeschalten
Als Solarenergiedörfer neu bezeichnen können sich Liggeringen und Randegg in Baden-Württemberg, Mengsberg in Hessen, Ellern in Rheinland-Pfalz und Breklum in Schleswig-Holstein. Während Breklum und Randegg ihre Einweihungsfeiern schon hinter sich haben, laufen in Liggeringen, Mengsberg und Ellern die letzten Vorbereitungen zur vollständigen Inbetriebnahme von Wärmenetz und Solar-Heizzentrale. In all diesen Dörfern wird übers Jahr zu rund 80 Prozent Kohlendioxid-neutral mit Holzhackschnitzeln geheizt. Ein Fünftel der Energie für Heizung und Warmwasser kommt von der Sonne. Die Holzkessel bleiben in den Sommermonaten ausgeschalten. Dann übernimmt die Solarthermieanlage die Wärmeversorgung der Solarenergiedörfer.
Sonne hilft Holzkesseln
Die Kesselstopps bringen für die Wärmenetzbetreiber gleich mehrere Vorteile. Zum einen sparen sie Holz. Solarwärme bietet sich heute schon als wirtschaftliche Alternative an, zumal der Bund und einige Bundesländer attraktive Förderungen anbieten. Zum anderen bringt die Kombination mit der Solaranlage für die Holzkessel den Vorteil, dass sie im Sommerhalbjahr nicht mehr so oft im Teillastbetrieb und dadurch mit einem schlechten Wirkungsgrad und einem vergleichsweise hohen Brennstoffverbrauch arbeiten müssen. “Betreiber überzeugt außerdem, dass sie die jährliche Wartung der Kesselanlage viel entspannter planen können, wenn sie im Sommer über Monate still steht”, erklärt Pauschinger.
Weitere Informationen, wie sich Solarenergiedörfer realisieren lassen finden Sie unter www.solare-waermenetze.de.