Holzofen und Lüftungsanlage
Damit sich der Festbrennstoffofen und die Lüftungsanlage in einem luftdichten Gebäuden nicht in die Quere kommen, braucht es Sicherheitseinrichtungen oder einen raumluftunabhängigen Betrieb. Ein Expertenkreis verschiedener Verbände hat dazu eine Übersicht erstellt.
Damit die Lüftungsanlage dem Ofen nicht die Luft wegnimmt
Omas Kohleofen konnte sich seine Verbrennungsluft noch aus der Stube holen. Ausgegangen ist sie ihm nie – wegen undichter Fenster und nicht gedämmter Gemäuer. Bei den gedämmten Wohnhäusern heutzutage ist das nicht mehr so ohne weiteres möglich. Dazu sind sie zu luftdicht gebaut, um Wärmeverluste zu mindern und die Energieeffizienz zu steigern. Stattdessen läuft eine Lüftungsanlage, die automatisch für den nötigen Luftaustausch sorgt. Wenn gleichzeitig der Ofen bollert, kann das zu gefährlichen Situationen führen. Sollte es zu einem Störfall bei der Lüftungsanlage kommen, weil zum Beispiel der Filter oder die Ansaugöffnung verstopft ist oder der Zuluftventilator ausfällt während der Abluftventilator weiterläuft, könnte im Gebäude ein Unterdruck entstehen. Rauchgas könnte aus dem Ofengerät in den Wohnraum gezogen werden. Die Gefahr, dass ein Unterdruck im Wohnhaus entsteht, besteht noch viel mehr bei den wesentlich leistungsstärkeren Dunstabzugshauben, wenn sie über ein Gebläse den Küchendunst ins Freie fördern.
Übersicht beschreibt mögliche Kombinationen von Feuerstätte und Lüftungsanlage
Deshalb erlauben die Feuerungsverordnungen den gleichzeitigen Betrieb eines Holzofens oder -kamins mit einer kontrollierten Wohnungslüftung oder einer luftabsaugenden Einrichtung nur unter der Vorgabe, dass eine Sicherheitseinrichtung vorhanden ist. Das Überwachungssystem kontrolliert die Differenz zwischen dem Druck im Gebäude und außerhalb. Mit Kontrollgeräten können der Holzofen und die Lüftungsanlage gleichzeitig laufen. Kommt es zu einer Störung, schalten sie eines der Geräte aus. Ohne die Kontrollgeräte dürfen in den meisten Fällen nur raumluftunabhängige Öfen heizen, die sich ihre Verbrennungsluft über einen an einem Stutzen montiertes Rohr von außerhalb des Gebäudes ansaugen. Um die Abstimmung zwischen den Gewerken zu vereinfachen und die praktische Umsetzung zu verbessern, hat ein Expertenkreis eine Übersicht zum gemeinsamen Betrieb von Festbrennstoff-Feuerstätten und Lüftungsanlagen sowie Lüftungsgeräten erarbeitet. Sie listet mehr als 30 Kombinationen und nennt die erforderlichen Dokumente, mit denen der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger den sicheren Betrieb nach den Regelwerken bestimmen kann.