„Abgaswärme-Tauscher steigern die Effizienz“

Montag, 24. September 2012 | Autor: Joachim Berner

Karl-Heinz Schräder Abgase aus Heizungsfeuerungen sind das Arbeitsgebiet der Firma Schräder aus Kamen bei Dortmund. Sie liefert Abgaswärme-Tauscher, Partikelabscheider und Schornsteinsysteme. Inwiefern sich die Produkte für Pelletsfeuerungen eignen, erläutert Firmeninhaber Karl-Heinz Schräder im Interview mit Pelletshome.com.

Herr Schräder, Ihr Unternehmen bietet Abgasanlagen für Feuerstätten an. Welche Produkte eignen sich für Pelletsheizungen?
Hier sind zwei Systeme zu nennen, Future einwandig und Future doppelwandig. Beide Systeme sind für Pellets geeignet und aus Edelstahl gefertigt.

Worauf sollten Besitzer von Pelletsfeuerungen bei Abgasanlagen besonders achten?
Besitzer von Pelletsöfen sollten bei Ihrer Abgasanlage darauf achten, dass diese vom Deutschen Institut für Bautechnik zugelassen ist. Außerdem sollten Sie im Vorfeld den zuständigen Bezirks-Schornsteinfegermeister hinzuziehen, um eine einwandfreie Funktion der Komplettanlage zu gewährleisten.

Warum bevorzugen Sie Systeme aus Edelstahl?
Bei einwandigen Systemen ist die Sanierung eines vorhandenen Schachtes mit einer Edelstahl-Abgasanlage problemlos möglich. Wärmegedämmte Abgasanlagen aus Edelstahl können außerdem nachträglich an der Außenwand des Gebäudes montiert werden. Gleichzeitig hat sich Edelstahl dank seiner kurzen Aufheizzeiten, seiner hohen Korrosionsbeständigkeit sowie den Möglichkeiten, auch kleine Querschnitte fertigen zu können, seit vielen Jahren bestens bewährt.

Inwiefern spielt bei Ihren privaten Kunden die Optik der Schornsteinsysteme eine Rolle?
Mittlerweile ist der optische Aspekt der Abgasanlage sehr wichtig geworden. Heutzutage ist es möglich, den Schornstein mit verschiedenen Oberflächen – zum Beispiel matt, blank oder Kupfer – herzustellen oder in den RAL-Farben (Anm. System normierter Farben der RAL GmbH) beschichten zu lassen, um auf die Wünsche der Kunden eingehen zu können.

Sie führen Abgaswärmetauscher in Ihrem Produktprogramm. Wie funktionieren sie, wie stark können sie die Effizienz steigern und wo werden sie eingebaut?
Schräder baut sowohl Abgaswärmetauscher, die die Abgastemperaturen bis knapp oberhalb des Taupunktes des Abgases abkühlen, als auch kondensierende Geräte, die die im Kondensat enthaltene Energie nutzen. Das heiße Abgas durchströmt dabei ein wasserführendes Rohrbündel, wobei die im Abgas enthaltene Energie auf dieses Rohrbündel übertragen wird und dann zur Rücklaufanhebung, zur Unterstützung der Brauchwassererwärmung oder für den Pufferspeicher zur Verfügung steht. Jedes Gerät wird individuell auf die Anforderungen der jeweiligen Anlage ausgelegt und geplant. Bei kondensierenden Lösungen sind Effizienzsteigerungen je nach Anlagenkonfiguration von bis zu 20 Prozent möglich.

Eignen Sie sich auch für Pelletsheizanlagen und wie?
Beide Abgaswärmetauscher eignen sich für Pelletsheizanlagen. Aufgrund der relativ geringen Abgastemperaturen macht allerdings der kondensierende mehr Sinn, da mit ihm deutliche Effizienzsteigerungen möglich sind.

Für welche Leistungsgrößen eignen sich die Abgaswärmetauscher und warum?
Eine pauschale Aussage lässt sich nicht treffen. Ob ein Abgaswärmetauscher Sinn macht, hängt von vielen Faktoren wie zum Beispiel von der Anzahl der Vollbetriebsstunden oder dem hydraulischen Konzept ab. Deshalb muss man jede Anlage für sich betrachten. Die Nennleistung der Anlage alleine ist kein ausschlaggebendes Kriterium. So bieten einige Kesselhersteller ja auch Pellets-Brennwertgeräte in kleinen Leistungen an.

Zur Feinstaubminderung bietet Schräder den AL-Top und den Future Refine an. Worin unterscheiden sich die Geräte?
Der Future Refine ist ein mündungsmontierter Partikelabscheider für Feuerungsanlagen bis 25 Kilowatt Leistung und aufgrund seiner Bauart vor allem für Einzelraumfeuerungen geeignet. Der AL-Top hingegen wird bei automatisch beschickten Anlagen eingesetzt und direkt hinter der Feuerung installiert.

Welches der beiden Geräte eignet sich für Pelletsfeuerungen?
Beide Partikelabscheider sind für Holzfeuerungen konzipiert. Im Zuge der Verschärfung der Staubgrenzwerte, vor allem im Rahmen kommunaler Verordnungen, werden zunehmend auch Abscheider für Pelletsfeuerungen nachgefragt. Obwohl deren Rohgas-Staubgehalte schon gering sind, ist eine deutliche Reduzierung mit den beiden Geräten möglich.

Welche Bedeutung hat der Pelletsmarkt für Ihr Unternehmen?
Bislang hat der Pelletsmarkt bis auf die zuvor erwähnten lokalen Ausnahmen eine untergeordnete Bedeutung. Das kann sich im Zuge der aktuellen Energiepreissituation natürlich ändern. Auch dank des Marketings in Sachen erneuerbare Energie wird dieser Aspekt immer mehr in den Fokus des Endverbrauchers gerückt, der sich diese Heiztechnik zunutze macht. Hackschnitzelfeuerungen sind der primäre Markt für Partikelabscheider und zunehmend auch für Abgaswärmetauscher. Wie sich der Markt gerade für Abscheider entwickelt, wenn im Rahmen der verschärften Staubgrenzwerte der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung tatsächlich Messungen durchgeführt werden, können wir derzeit noch nicht beurteilen.

Weitere Informationen: www.schraeder.com

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