Für den Klimaschutz lohnt es sich fast immer, ein Wohngebäude energetisch zu sanieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).
In jeder Heizung steckt graue Energie
Energetisch zu sanieren ist gut für das Klima, denn die Gebäude verbrauchen hinterher weniger Heizenergie und stoßen damit weniger Treibhausgase aus. Doch um Gebäude dämmen oder von fossilen auf erneuerbare Heizungen umsteigen zu können, braucht es zunächst den Einsatz von Energie: Dämmmaterial und Heizsysteme müssen hergestellt, transportiert, gelagert, verkauft und montiert werden. Häufig wird diese in Vorprodukten oder Produktionsprozessen enthaltene Energie als “graue Energie” eines Produktes bezeichnet. Wie sinnvoll es ist aus ökologischer Sicht ist, Gebäude energetisch zu sanieren, das haben Mitarbeiterinnen des IÖW in der Studie “Ökologische Bewertung energetischer Sanierungsoptionen” untersucht. Ihr Ergebnis: Die graue Energie bei der Sanierung von Altbauten oder von Gebäuden mit einem hohen Energieverbrauch kann vernachlässigt werden.
Energetisch zu sanieren sorgt für gutes Klima
Sowohl eine umfassende Dämmung der Gebäudehülle als auch eine Modernisierung des Heizungserzeugers wirken sich vorteilhaft für die Umwelt aus. Die Amortisationszeit aus Klimaschutzperspektive beträgt je nach Umfang der Maßnahmen und Ausgangszustand des Gebäudes zwischen weniger als einem und wenigen Jahren. Es lohnt sich für das Klima also auch, energetisch zu sanieren, wenn die Gebäude nur noch eine vergleichsweise kurze Nutzungsperspektive haben. Besonders gut schneiden in der Bewertung Dämmmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen und mineralischen Materialien sowie Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien ab. Bei den Heizungstechnologien zeigen sich die ökologischen Vorteile von Biomasseheizungen, Wärmepumpen und Kombinationen mit Solarthermieanlagen. Sie weisen geringere Emissionen auf als Gas- und insbesondere Öl-Brennwertkessel.