Der italienische Pelletsmarkt: Verbrauch nach Regionen
Einen Absatzrückgang um fast 25 Prozent bei Öfen hat der italienische Pelletsmarkt im vergangenen Jahr hinnehmen müssen. Bei Kesselanlagen hat das Minus 36 Prozent betragen.
Der italienische Pelletsmarkt krankt an Corona
Bei der Fußball-Europameisterschaft stürmt Italien nach vorne. Der italienische Pelletsmarkt dagegen rollte im vergangenen Jahr nicht besonders. Im Gegenteil: Wie Matteo Favero vom italienischen Holzenergieverband AIEL bei der Europäischen Pelletskonferenz berichtete, hat der Corona-Lockdown im vergangenen Jahr dem Ofenabsatz in Italien schwer zugesetzt. Den Absatzrückgang bei Pelletskesseln begründete Favero mit unklaren beziehungsweise komplizierten Förderbedingungen. Auch der Brennstoffverbrauch ging leicht zurück, bewegt sich aber immer noch an der 3,5-Millionen-Tonnen-Grenze. Am meisten Pellets verbrauchen der Nordwesten des Landes (27,9 Prozent) und der Nordosten (24,7 Prozent). Zentral- und Süditalien verheizen 17,1 beziehungsweise 17,3 Prozent des Brennstoffaufkommens, Sardinien und Sizilien zusammen 12,9 Prozent.
Prognose: Der italienische Pelletsmarkt schwächelt weiter
Der italienische Pelletsmarkt wird von Einzelfeuerstätten dominiert. So handelt es sich bei fast zwei Millionen der insgesamt knapp 2,3 Millionen Pelletsgeräten um Öfen. Die Zahl der Pelletskessel beläuft sich auf gerundet 143.000 Geräte. Hinzu kommen 14.068 Großanlagen mit Leistungen über 35 Kilowatt. AIEL rechnet in den kommenden Jahren weiter mit sinkenden Absatzzahlen bei Öfen. Als Gründe nannte Favero die Diskussionen um die Luftqualität, die am Image der Pelletsheizer kratzen, sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderrichtlinien, die immer strengere Emissionsgrenzwerte festlegen. Zudem würden einige Regionalregierungen derzeit Erdgas als wichtigen Teil der Energiewende propagieren. Im Gegensatz zur Fußballnationalmannschaft gerät der italienische Pelletsmarkt derzeit in die Defensive.