Die Gläubiger werden nach der German Pellets-Pleite größtenteils leer ausgehen. Laut einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR) belaufen sich die Forderungen auf immerhin 427 Millionen Euro. Doch an Insolvenzmasse sind nur zehn Millionen Euro vorhanden.
Wenig übrig nach Pleite
Am 5. Oktober sind am Amtsgericht Schwerin die Verhandlungen über die Pleite des ehemaligen Wismarer Unternehmens fortgesetzt worden. Dabei wurde laut NDR erstmals der offizielle Insolvenzbericht in vollem Umfang öffentlich vorgestellt. Die Forderungen der mit 17.000 Anleihegläubigern größten Gläubigergruppe betragen demnach 280 Millionen Euro. Nach Angaben von Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde sei das Geld offenbar über Österreich in die USA gelangt. Nach Veröffentlichung des Berichts stehen vermutlich nur noch knapp zehn Millionen Euro an Insolvenzmasse zur Verfügung, heißt es in dem NDR-Bericht weiter. Ursprünglich sei von 40 Millionen Euro die Rede gewesen. Wie Schmudde laut NDR bei der Versammlung mitteilte, habe es bei German Pellets große Fehler in der Unternehmensführung gegeben. Laut dem Pressebericht haben die Banken bei den Verkäufen ehemaliger German Pellets-Werke rund 45 Millionen erzielten Euro etwa 36 Millionen erhalten.
Werke produzieren weiter
Die vormaligen Produktionen von German Pellets haben neue Eigentümer. So führt die Beteiligungsgesellschaft Metropolitan Equity Partners das Pelletswerk in Weimar unter dem Namen Wismar Pellets fort. Das Unternehmen aus New York hat bislang in dreißig Unternehmen aus der Energie- und Informationsbranche investiert. Beim neuen Besitzer der baden-württembergischen Produktionen handelt es sich um die J. Rettenmaier & Söhne-Unternehmensgruppe (JRS). JRS entwickelt und verarbeitet organische Fasern aus pflanzlichen Rohstoffen für die unterschiedlichsten Industrien zu Feinstfasern, Lebensmittelzutaten oder Sondermischungen. Zu ihrem Produktsortiment gehört unter anderem Tiereinstreu aus Holzpellets. Außerdem haben die beiden Hot’ts-Gründer Gerhard und Bernhard Glechner nach der Pleite der German Pellets-Tochter Südpell ihr altes Unternehmen wieder übernommen.