CO2-Gehalt der Atmosphäre steigt trotz Coronakrise weiter

Montag, 18. Mai 2020 | Autor: Joachim Berner

CO2-Gehalt an der Zugsptze und in Mauna Loa CO2-Gehalt an der Zugsptze und in Mauna Loa Wegen des Corona-Shutdowns sinken die Treibhausgas-Emissionen zwar kurzfristig, der CO2-Gehalt in der Atmosphäre steigt jedoch weiter. Darauf weist das Deutsche Klima-Konsortium (DKK) hin. Es fordert eine konsequente Klimapolitik.

CO2-Gehalt: Kurzzeitige Reduktionen mindern Klimawandel nicht

Im März dieses Jahres ist der CO2-Gehalt in der Atmosphäre auf der Zugspitze im Monatsdurchschnitt zum ersten Mal auf fast 418 ppm (Teilchen pro Million Teilchen Luft) gestiegen. Er lag damit fast 3 ppm höher als 2019. Auch im April lag die Konzentration mit 415,779 ppm höher als im Vorjahr. Die Daten der ältesten Messstation für Kohlendioxid in Mauna Loa auf Hawaii bestätigen laut DKK diese Entwicklung. Die US-amerikanische Wetterbehörde NOAA habe als Durchschnittswert für April 416,21 ppm und damit einen Anstieg von 2,88 ppm im Vergleich zu 2019 gemeldet. Der Wert der atmosphärischen CO2-Konzentration ist hauptsächlich für den Temperaturanstieg ausschlaggebend.

Kohlendioxid verweilt ein Jahrhundert in der Luft

Nach ersten Schätzungen der Internationalen Energieagentur könnte der weltweite Shutdown den CO2-Ausstoß aus fossilen Energiequellen in diesem Jahr weltweit um etwa acht Prozent senken – der stärkste jährliche Rückgang nach Ende des Zweiten Weltkriegs. “Der Ausstoß ist aber immer noch so groß, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre auf neue Rekordwerte angestiegen ist”, sagt der Klimaforscher und DKK-Vorsitzende Mojib Latif. Der scheinbare Widerspruch hat mit der langen Verweildauer von Kohlendioxid in der Atmosphäre zu tun. Auch wenn die Ozeane und die Landregionen laut Global Carbon Project derzeit etwas mehr als die Hälfte des von der Menschheit ausgestoßenen Kohlendioxids aufnehmen, verweilt der Rest für ungefähr ein Jahrhundert in der Luft.

Gesellschaft muss jetzt umsteuern

Die Entwicklung verdeutlicht laut Latif, dass ein einzelnes Jahr mit Emissionsreduktionen keinen nachweisbaren Effekt auf die Klimaentwicklung hat. Nur durch eine kontinuierliche Verringerung des CO2-Ausstoßes lasse sich der Klimawandel bremsen. Dazu sei in den kommenden Jahrzehnten ein jährlicher Rückgang des CO2-Ausstoßes in der durch den Shutdown bedingten Größenordnung notwendig. “Die kurze Pause aufgrund des Shutdowns reicht bei weitem nicht, um die Klimaentwicklung auf einen Pfad zu lenken, der dem Klimaziel von Paris entspricht”, betont Latif. Um der Aufgabe gerecht zu werden, seien dauerhafte strukturelle Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft nötig. Je später die Transformation beginne, desto schwieriger werde es.

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