Buchtipp: Die grüne Lüge

Montag, 17. September 2018 | Autor: Joachim Berner

Die grüne Lüge Die grüne Lüge In ihrem Buch “Die grüne Lüge” geht die Autorin Kathrin Hartmann den Nachhaltigkeitsversprechen der Industrie nach. Am ölversuchten Golf vom Mexiko, in den schwindenden Regenwäldern Indonesiens und auf den Rinderfarmen in Brasilien enttarnt sie deren Verdeckungsstrategien und Grünfärberei.

Die grüne Lüge wirkt

Kennen Sie noch ein Produkt, an dem kein Umwelt- oder Nachhaltigkeitssiegel klebt? Alles prima also? Von wegen. Kathrin Hermann blickt in ihrem Buch “Die grüne Lüge” hinter die angeblich umweltfreundliche Fassade unseres Wohlstands. Sie berichtet, wie sich zertifizierte Palmölplantagen auf illegal gerodetem Regenwald ausbreiten, wie Menschen deswegen ihr Land geraubt wird und wie Firmen dabei auch nicht vor Menschenrechtsverletzungen zurückschrecken. Hartmann zeigt auf, wie für unseren Konsum an anderen Orten der Welt die Lebensgrundlagen der Menschen zerstört werden – unter dem Siegel der Nachhaltigkeit. Greenwashing, also das Bemühen der Konzerne, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken, scheint besser denn je zu funktionieren. Jenseits der grünen Scheinwelt schreitet die Zerstörung der Umwelt aber rapide fort.

“Die grüne Lüge” klärt auf

Laut dem Global Footprint Network lebt die Weltbevölkerung derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Würden alle auf der Welt so konsumieren, wie wir es in den Konsumgesellschaften der reichen Ländern tun, bräuchte es 3,1 Erden. Der Verbrauch pflanzlicher, mineralischer und fossiler Rohstoffe hat sich zwischen 1980 und 2010 von 40 auf 80 Milliarden Tonnen verdoppelt. Die Artenvielfalt nimmt ab, Wälder schwinden, Böden degradieren, Emissionen steigen und der Hunger wächst. Trotzdem hält Greenwashing jedweder Aufklärung stand. “Je gebildeter die Zielgruppe, je schädlicher das Produkt ist und je absurder das daran geknüpfte Öko-Versprechen, je offensichtlicher also die grüne Lüge ist, desto eher wird sie geglaubt”, heißt es auf dem Buchumschlag. Wenn Sie das Buch gelesen haben, werden Sie es nicht mehr tun.

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