Pelletsheizung in der Höttinger Au 72a
Das Wohnungsunternehmen Tigewosi hat die Heizanlage einer Wohnanlage im Innsbrucker Stadtteil Höttinger Au von Erdgas auf Holzpellets umgestellt.
Wohnungsunternehmen setzt auf Holzbrennstoff
Die Bewohner in der Höttinger Au 72a heizen künftig umweltfreundlich. Die Tiroler Gemeinnützige Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft (Tigewosi) hat die 56 in die Jahre gekommenen Einzelgasthermen in nur 16 Wochen durch eine moderne zentrale Pelletsanlage ersetzt. Gleichzeitig wurden die Wasserleitungen der Anlage erneuert sowie jede Wohnung mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet. „Das Projekt zeigt, wie sich die Dekarbonisierung bestehender Wohnanlagen mit konkreten Verbesserungen – wie beispielsweise einer einfacheren Wartung der Anlagen für die Bewohnerinnen und Bewohner – verbinden lässt“, sagt Tigewosi-Geschäftsführer Florian Rangger.
Pufferspeicher
Technik kommt aus Österreich
Gutmann Energiesysteme hat die Pelletsanlage mit 250 Kilowatt Leistung sowie die Pufferspeicher und das Brennstofflager geplant und installiert. Moderne Wohnungsstationen verteilen die Holzwärme bedarfsgerecht in den Wohnungen. Ein Elektrofilter (Staubabscheider) reduziert die Feinstaubemissionen nach Angaben der Projektpartner auf ein Minimum. Bei der Umsetzung wurde vorzugsweise auf heimische Lieferanten gesetzt: Die Pellets stammen aus Tirol, den Pelletskessel und den Elektrofilter haben Unternehmen aus Oberösterreich geliefert. Auch die Ersatzteilversorgung ist regional organisiert. Sämtliche für die Kessel benötigten Ersatzteile werden bei Sublieferanten im Ober- und Unterland gelagert. „Sollte es zu einem Ausfall kommen, kann der Betrieb dadurch in kürzester Zeit wiederhergestellt werden“, erklärt Gutmann-Geschäftsführer Daniel Hechl.
Wohnanlage Höttinger Au
Wohnungsunternehmen informiert über Modernisierungsarbeiten
„Die größte Herausforderung war die Umsetzung bei laufendem Wohnbetrieb“, sagt Rangger. Die Arbeiten erfolgten in zwölf Bauabschnitten. Mit Aushängen, Informationsveranstaltungen und Newslettern sowie in Gesprächen hielt Tigewosi die Bewohnerinnen und Bewohner über Termine und Einschränkungen auf dem Laufenden. Bereits vorab hatte das Wohnungsunternehmen mit den Mieterinnen und Mietern in Kleingruppen von jeweils acht Personen gesprochen, um sie über das Projekt sowie die anstehenden Bauarbeiten zu informieren. Nun profitieren sie von einer neuen zentralen Wärmeversorgung, einer modernisierten Wasserinfrastruktur und leistungsfähigen Datenanschlüssen. Auch bei Wartung und Erhaltung bringt die Zentralisierung Vorteile: Statt 56 Einzelanlagen muss künftig nur noch ein System gewartet und betreut werden. Das reduziert die Kosten und den organisatorischen Aufwand.