Wärmemonitor 2018: Haushalte heizen wieder mehr

Dienstag, 01. Oktober 2019 | Autor: Joachim Berner

Wärmemonitor 2018 Wärmemonitor 2018 Zwei Prozent mehr Heizenergie verbraucht als im Vorjahr haben die deutschen Privathaushalte 2018. Das hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in seinem Wärmemonitor 2018 ermittelt.

Wärmemonitor 2018 nutzt Daten von 300.000 Mehrfamilienhäusern

“Der seit 2015 steigende Bedarf ist ein alarmierendes Signal – vor allem für den Klimaschutz“, sagt Studienautorin Puja Singhal. Ihr Fazit: “Anstrengungen bei der energetischen Gebäudesanierung müssen politisch stärker gefördert werden.” Die DIW-Ökonomin und ihr Kollege Jan Stede haben errechnet, dass der Heizenergiebedarf pro Quadratmeter seit 2015 um rund sechs Prozent gestiegen ist und nun sogar wieder das Niveau des Jahres 2010 übersteigt. Die Berechnungen erstellt das DIW jährlich auf Grundlage von Daten des Energiedienstleisters Ista. Sie basieren auf den Heizkostenabrechnungen von 300.000 Mehrfamilienhäusern in Deutschland und erfolgten klima- und witterungsbereinigt.

Heizkosten für Öl steigen

Der Wärmemonitor 2018 zeigt, dass sich im vergangenen Jahr erstmals seit 2013 der steigende Bedarf auch in den Heizausgaben je Quadratmeter niedergeschlagen hat. Die in den vergangenen Jahren stetig gefallenen Preise für die fossilen Energieträger Öl und Gas hatten bisher dafür gesorgt, dass die Menschen trotz leicht gestiegenem Bedarf weniger für Heizenergie ausgegeben mussten. Im vergangenen Jahr stagnierten laut Wärmemonitor 2018 erstmals seit vielen Jahren die abgerechneten Heizenergiekosten. Für Heizöl mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher zwar neun Prozent mehr ausgeben, für Gas aber vier Prozent weniger als im Jahr 2017. Da rund die Hälfte der Mehrfamilienhäuser mit Gas heizt, nur ein Viertel mit Öl, erhöhten sich im Durchschnitt die Preise nicht. Wer jedoch mit Öl heizt, wird die stark gestiegenen Preise deutlich gespürt haben. Die Kosten werden laut DIW weiter zunehmen, da sich steigende Ölpreise erst mit Verzögerung in den Heizausgaben niederschlagen würden.

Der Westen heizt weiterhin stärker als der Osten

Im Westen lag der Energiebedarf pro Quadratmeter um gut sieben Prozent über dem im Osten. Der Unterschied im Heizverhalten zwischen den beiden Landesteilen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr leicht ausgeweitet. Den höchsten Bedarf verzeichnete der Südwesten von Schleswig-Holstein, den niedrigsten die Region um Rostock. Nach Bundesländern hält das Saarland den Heizrekord. Am wenigsten wird in Mecklenburg-Vorpommern verbraucht. Dass in Ostdeutschland weniger geheizt wird als im Westen, liegt laut DIW auch daran, dass in den neuen Bundesländern in den Jahren nach der Wende viele Mehrfamilienhäuser energetisch saniert wurden.

Im Westen wird zu wenig saniert

Erstmals hat der Wärmemonitor 2018 für einen Teil der von Ista betreuten Gebäude auf Basis von Energieausweisen die langfristige Entwicklung bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden untersucht. Zwischen 1992 und 2000 lag demnach der Anteil der jährlich sanierten Gebäudehülle in Ostdeutschland zwischen ein und vier Prozent. Im Westen dagegen ist er seit 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen, seit 2016 fällt die Quote allerdings wieder leicht. “Um den Energiebedarf bei Wohngebäuden im Durchschnitt signifikant zu reduzieren, müsste die jährliche Rate deutlich über ein Prozent liegen”, sagt Studienautor Stede. Die politischen Bemühungen und steuerlichen Anreize der vergangenen Jahre hätten offensichtlich nicht ausgereicht, um sie über diese Schwelle zu hieven. Die Rate von bis zu vier Prozent in Ostdeutschland in den neunziger Jahren zeige, was möglich wäre.

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