Große Wärmespeicher helfen viel
Angesichts der ambitionierten Ziele der Bundesregierung weist das Sonnenhaus-Institut darauf hin, wie hilfreich große Wärmespeicher für den weiteren Rollout der regenerativen Energien am Bau sein können.
Ohne Wärmespeicher gelingt die Wärmewende nicht
Bei der Wärmewende in Deutschland setzt die Politik auf strombasierte Wärmepumpenheizungen. Doch so einfach ist es nicht. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass in naher Zukunft auch der Verkehr auf Elektromobilität umgestellt werden soll. Da stellt sich die Frage, wie der gesamte Strombedarf bei sonnen- und windarmen Tagen gedeckt werden kann. “Ohne Speicher geht es nicht.” Das sagt Rainer Körner, zweiter Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts (SHI). Er verweist darauf, dass nun täglich mehr Wärmepumpen in Eigenheimen mit Strom versorgt werden müssten. Hausbesitzer mit Photovoltaikanlagen würden dafür gerne ihren Sonnenstrom einsetzen, davon bleibe während der Wintermonate aber so gut wie nichts übrig, da er in der Regel nicht einmal für den Bedarf im Haushalt beziehungsweise eines Elektroautos ausreiche. Schon allein um beim Haushaltsstrom auf eine hohe Autarkie zu kommen, seien teure Batteriespeicher notwendig. Körner hält es deshalb für sinnvoller, die meiste Energie anders zu speichern: “Gebäude brauchen die meiste Energie in Form von Wärme. Schon von daher ist es ein logischer Weg. Die günstige Alternative seien deshalb Wärmespeicher.
SHI hat Wärmespeicher und Batterien verglichen
Während es für den Bau von Strombatterien eine Menge teurer und seltener Rohstoffe braucht, sind Wärmespeicher in Ihrer Herstellung unproblematisch und sofort verfügbar. “Das Recycling von Stahlspeichern und Dämmungsmaterial ist ebenfalls etabliert und hinterlässt keine Problemabfälle”, betont Körner. Mit Gebäudesimulationen hat das SHI die beiden Systeme miteinander verglichen: Das Ergebnis: Ein 1.000-Liter-Wärmespeicher kann einen 8-Kilowattstunden-Stromspeicher ersetzen. “Und dies nicht nur bei einem Bruchteil der Anschaffungskosten, sondern auch mit nahezu unbegrenzter Lebensdauer”, wie Körner versichert. Während Wärmespeicher beliebig oft beladen werden könnten, würden Batterien im Lauf der Zeit an Leistungsfähigkeit verlieren. Speicherexperte Körner sieht in der Zukunft einen weiteren Pluspunkt: “Betreiber von Wärmepumpen können die Kombination mit einem Wärmespeicher zukünftig besonders gut nutzen, wenn flexible Strompreise auf dem Markt wirksam werden.” Sei der Strom im Netz dann günstig, lasse sich zu attraktiven Konditionen “Wärme auf Vorrat” produzieren.