Die deutschen Pelletserzeuger produzieren weiterhin auf sehr hohem Niveau. So wurden im ersten Halbjahr 2015 hierzulande rund 980.000 Tonnen Holzpellets hergestellt, wie der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) berichtet. Mit diesem Wert lag die Produktion nur knapp unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Aufgrund seines Holzreichtums und der Verfügbarkeit an Sägespänen ist in der Bundesrepublik eine deutlich höhere Produktion möglich.
Unzufriedenheit über den Marktverlauf
„Die Stimmung unter den Verbrauchern ist momentan eher zurückhaltend. Daher ist der Pelletsverbrauch auch leicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, kommentiert Martin Bentele, Geschäftsführer des DEPV, den Produktionsrückgang. Auch die Witterung und der Ölpreis seien Faktoren für einen bislang unbefriedigenden Marktverlauf 2015. Daher hätten sich die Einlagerungsaktivitäten der Verbraucher, die normalerweise im Juli abgeschlossen werden, in diesem Jahr in Richtung Spätsommer verschoben. Wenn die Bekanntheit der zum Frühjahr deutlich verbesserten Förderbedingungen über das Marktanreizprogramm weiter steigt, rechnet der DEPV im Herbst mit einer zunehmenden Nachfrage nach Pelletheizungen und damit auch nach dem heimischen Energieträger.
Die Rohstoffgrundlage ist sichergestellt
Durch den wachsenden Holzvorrat in Deutschland und die Auslastung der Sägewerke ist die Rohstoffgrundlage der Pelletsproduktion sichergestellt – auch bei einem deutlichen Anstieg des Pelletsverbrauchs. Denn Holzpellets werden vor allem aus Sägerestholz hergestellt. Im ersten Halbjahr 2015 erhöhte sich der Anteil dieses Rohstoffs an der Pelletsproduktion auf 92 Prozent. Restholz aus dem Wald kommt bei der Pelletsproduktion nicht zum Einsatz. Die Pelletsproduzenten verwenden in Deutschland vorrangig Späne aus Nadelholz, die im ersten Halbjahr dieses Jahres zu 95 Prozent Grundlage für die Erzeugung der Holzpresslinge waren.
Fokus liegt auf losen Pellets
Der Schwerpunkt des Pelletshandels liegt nach wie vor bei loser Ware, die im ersten Halbjahr 2015 zu 86 Prozent ausgeliefert wurde. Der Anteil von Sackware sank entsprechend von 19 auf 14 Prozent. Auch wegen des unbefriedigenden heimischen Verbrauchs betrug der Exportanteil im ersten Halbjahr 19 Prozent; demnach wurde mit 81 Prozent der Großteil der Pellets in Deutschland vertrieben. Mehr als 98 Prozent der Holzpresslinge wurden in der Qualität ENplus A1 hergestellt. Nachdem fast die gesamte deutsche Produktion nach ENplus zertifiziert ist, nutzt auch der Handel immer häufiger diese Qualitätszertifizierung. So sind gegenwärtig mehr als 100 Händler ENplus-Lizenznehmer.
Infografiken vom DEPV
Der DEPV beziffert die Anzahl der unabhängigen Pelletproduzenten in Deutschland auf rund 60 Werke mit bundesweit 47 Produktionsstätten. Die in Deutschland produzierte Pelletsmenge wird im Auftrag des DEPV monatlich vom Deutschen Pelletinstitut (DEPI) erhoben und quartalsweise in einer Infografik veröffentlicht.