Kritisch diskutiert hat die Pelletsbranche beim 14. Industrieforum Pellets gesetzliche Rahmenbedingungen wie die 2. Stufe der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung und das Energieeffizienzlabel. Vom 11. bis 12. Juni 2015 hatten sich 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 27 Nationen in München eingefunden, um außerdem über die weltweiten Märkte, das ENplus-Zertifikat sowie über die effiziente und nachhaltige Produktion von Pellets auszutauschen. Trotz der beiden vorangegangenen milden Winter, die zu einem vorübergehenden Absatzrückgang führten, sieht die Branche die internationale Marktentwicklung grundsätzlich positiv.
Branche bewertet Emissionsmessungen kritisch
Die verschärften Anforderungen der 2. Stufe der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung waren eines der Hauptthemen der Veranstaltung. Holzkesselhersteller stellen sich nicht gegen die Einführung strenger Emissionsgrenzwerte. machte HDG Bavaria-Geschäftsführer Martin Ecker deutlich. “Hochwertige Holz- und Pelletskessel unterschreiten bei den standardisierten Typprüfungen bereits heute die geforderten Grenzwerte.” Zugleich bemängelte er, dass bei der Praxismessung durch den Schornsteinfeger die Betriebs- und Messbedingungen der Typenprüfung nur schwer nachzubilden und mit vielen Unwägbarkeiten wie zum Beispiel der Qualität des eingesetzten Brennstoffs verbunden seien. Deshalb sei es wichtig, für die Praxismessungen vor Ort verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die bundesweit einheitlich gehandhabt werden.
Gesetzliche Rahmenbedingungen bestimmen den Markt
Zwar wird das Energieeffizienzlabel für Biomassekessel in Deutschland erst 2017 eingeführt, doch Hersteller und Experten äußerten sich dazu schon vorab skeptisch. Denn vor allem im Vergleich unterschiedlicher Energieträger sei das Label hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit wenig aussagekräftig. “Dem direkten Kundenkontakt und der Beratung durch den Handwerker wird daher hin Zukunft eine noch größere Bedeutung zukommen”, sagt Alexander Weissinger von KWB. Das gelte vor allem, da nicht nur die Einzelgeräte durch Energieeffizienzlabel ausgezeichnet würden. Für komplette Heizungssysteme erstellen Handwerker und Monteure so genannte Verbundanlagenlabels. Die Pelletskesselhersteller müssen deshalb ihre Handwerkspartner durch Schulungen und Hilfsmittel unterstützen.
Pelletsproduktion effizienter machen
Neben der Marktentwicklung und den Rahmenbedingung lag ein weiterer Schwerpunkt in diesem Jahr auf dem Thema Energieeffizienz in der Produktion. Das Thema zielt nicht nur auf die Wirtschaftlichkeit. Es gilt auch gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, beispielsweise in Österreich. Gerald Kreuzhuber von Mühlböck Holztrocknungsanlagen stellte ein neues, nachrüstbares Wärmerückgewinnungssystem für Bandtrockner vor. Dadurch lässt sich die Emission von Staub senken und der thermische Energieverbrauch bei der Spänetrocknung um 40 bis 60 Prozent reduzieren. Durch eine Kondensationsanlage für Rauchgase, die Roger Stahel von IS Save Energy vorstellte, lässt sich die Wärmeeffizienz bei der Produktion um 40 bis 50 Prozent steigern.
ENplus-Konferenz ergänzt Industrieforum
In diesem Jahr veranstaltete das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) erstmalig eine ENplus-Konferenz im Rahmen des 14. Industrieforums Pellets. Dabei tauschten sich nationale und internationale Fachleute über die Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung des ENplus-Zertifikats im deutschsprachigen Raum aus. Das vom DEPI eingeführte Zertifikat kontrolliert die gesamte Bereitstellungskette von der Herstellung bis zur Anlieferung beim Endkunden und bietet damit eine hohe Qualitätssicherheit und umfassende Transparenz. Neben den Fortschritten in der ENplus-Zertifizierung und aktuellen Kampagnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stand die Vorstellung des neuen ENplus-Handbuchs im Fokus. “Die wichtigsten Änderungen betreffen die Umstellung auf die Grenzwerte der neuen internationalen Qualitätsnorm für Pellets, die im letzten Jahr veröffentlicht wurden”“, erläuterte DEPI-Fachreferent Jakob Bosch.