Der Österreichische Biomasse-Verband (ÖBV) begrüßt zwar die Unterschrift der österreichischen Bundesregierung unter das Pariser Klimaschutzabkommen, fordert aber zugleich Taten von ihr hin zu einer Energiewende. “Das österreichische Energiesystem ist im Augenblick eine einzige Baustelle ohne Perspektiven”, kritisiert ÖBV-Präsident Josef Plank.
Ob Wärme oder Strom – der Biomasseverband entdeckt keine Energiewende
Werde die Ökostromgesetznovelle noch weiter verzögert, müssten Betreiber beispielsweise von Biogasanlagen den Konkurs anmelden, mahnt der Verbandschef. Auch bei der Wärmeversorgung zeigen die Vorzeichen seiner Ansicht nach in die falsche Richtung: “Der Biomassekesselmarkt ist zusammengebrochen, während Öl- und Gasheizungen boomen.” An dem Energieeffizienzgesetz lässt Plank ebenfalls kein gutes Haar. Es entwickle sich zu einer Farce. Der geschaffene Markt für Effizienzmaßnahmen werde per Verordnung zerstört, die Zertifikate seien praktisch wertlos. Bereits im vergangenen Jahr hatte er kritisiert, dass das Energieeffizienzgesetz erneuerbare Energien benachteiligen würde. “Das bislang symbolische Zeichen der Vertragsratifizierung des Klimaschutzabkommens reicht nicht aus, um unser Energiesystem fit für die Zukunft zu machen”, lautet denn auch das Fazit von Plank.
Die Energiewende gibt es nur mit erneuerbaren Energien
Erst kürzlich hat das Umweltbundesamt ein Szenario zur Dekarbonisierung veröffentlicht. Es sieht vor, die Schadstoffemissionen im Energiebereich um 60 Prozent zu senken, um die Klimaziele erreichen zu können. Auch Detailziele hat das Umweltbundesamt für eine Energiewende bis 2030 definiert: 61 Prozent erneuerbare Energie für den Primärenergieverbrauch, 100 Prozent erneuerbare Stromversorgung bei einem um 20 Prozent geringeren Energieverbrauch. “Das Ziel leistbar, sicher, nachhaltig und wettbewerbsfähig kann nur mit Energieeffizienz und erneuerbaren Energien erreicht werden. Setzen wir weiter auf Kohle, Öl und Gas wird es teuer, heiß und unsicher”, sagt Verbandspräsident Plank.