Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat die Bundesregierung aufgefordert, bei den laufenden Arbeiten an ihrem Energiekonzept den Gebäudesektor nicht zu vernachlässigen. „Alle reden von Strom. Wir müssen aber auch über Wärme sprechen. Denn unsere Klimaziele erreichen wir nur, wenn wir unsere Häuser dämmen und klimaschonend heizen“, erklärt Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Fast 40 Prozent der Endenergie in Deutschland würden für Heizung, Kühlung und Warmwasseraufbereitung verbraucht. Die Bundesregierung müsse im Energiekonzept konkrete Maßnahmen benennen, wie der Wärmebedarf für den Gebäudebestand in den nächsten 40 Jahren mindestens halbiert werden könne. „Gerade im Wärmesektor muss das Energiekonzept der Bundesregierung vor allem ein Energiesparkonzept sein“, verlangt Tschimpke.

Olaf Tschimpke, Präsident des Naturschutzbundes Deutschland, fordert von der Bundesregierung, den Wärmemarkt im Energiekonzept nicht zu vernachlässigen. Foto: Naturschutzbund Deutschland
Mit Bezug auf die aktuellen Haushaltsdebatten forderte der Nabu mehr Verlässlichkeit bei den Förderprogrammen für den Wärmemarkt. So müsste die Bundesregierung die 115 Millionen Euro im Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien wie Solarkollektoren oder Holzpelletsheizungen endlich freigeben. Auch die von Bundesbauminister Ramsauer angekündigten drastischen Kürzungen beim Förderprogramm für energieeffizientes Bauen und Sanieren der KfW-Bank seien völlig inakzeptabel. „Wer ausgerechnet bei Wärmedämmung und erneuerbaren Energien kürzt, spart am völlig falschen Ende. Ohne die öffentliche Förderung fällt hier ein Vielfaches an privaten Investitionen aus. Dies schadet nicht nur dem Klimaschutz und dem Arbeitsmarkt, sondern führt auch zu geringeren Steuereinnahmen für den Staat“, erläutert Tschimpke.