Der Klimawandel verschärft die Ausbeutung von Kindern. So lautet das Fazit des Kinderarbeitsreports des Kinderhilfswerks terres de hommes.
Kinderarbeitsreport zeigt Zusammenhang zwischen Klimawandel und Ausbeutung von Kindern
“Saisonale oder permanente Migration scheint länderübergreifend die häufigste Strategie der Familie im Umgang mit den Folgen des Klimawandels zu sein”, fasst terres de hommes-Vorstandssprecher Jörg Angerstein die Ergebnisse des Kinderarbeitsreports zusammen. “In den meisten von uns untersuchten Fällen führt das dazu, dass die Kinder in ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen landen.” So hätten in Burkina Faso die Kombination aus ärmlichen Lebensverhältnissen, geringen Bildungschancen und schlechten Arbeitsbedingungen sowie der jüngste Goldrausch haben dafür gesorgt, dass immer mehr Kinder unter gefährlichen und schädlichen Bedingungen in Goldminen arbeiten müssten. Am Beispiel Nicaragua lässt sich zeigen, wie durch Umweltzerstörung neue Formen von Arbeit entstehen können. Große Mülldeponien stellen eine lukrative Einnahmequelle für diejenigen dar, die aufgrund extremer Witterungsbedingungen keine verlässliche Ernte erzielen.
terres de hommes untersuchte Situation in verschiedenen Ländern
Für ihren Kinderarbeitsreport hat terres de hommes außerdem die Situation in Indien, Nepal und Peru exemplarisch untersucht. In Indien zeigte sich, dass sich die Dauer der saisonalen Migration aufgrund des Klimawandels von drei auf sechs Monate verlängerte. Das hat zur Folge, dass dort viele Kinder arbeiten, anstatt zur Schule zu gehen. “Der Kinderarbeitsreport 2017 verdeutlicht, dass der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Kinderarbeit mehr Beachtung finden muss”, erklärt Angerstein. Nötig seien genauere Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen den beiden Phänomenen, mehr gezielte Präventionsprogramme sowie eine stärkere Verzahnung der beiden Politikfelder Umwelt und Kinderrechte. Insbesondere die Situation von Migrantinnen und Migranten müsse stärker ins Blickfeld nationaler und internationaler Politik rücken, damit Bildungszugänge für Kinder geschaffen und langfristige Perspektiven ermöglicht werden könnten.