KfW-Energiewendebarometer
14 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen mindestens eine Energiewendetechnologie – 1,1 Millionen mehr als im Vorjahr. Das ist ein Ergebnis des KfW-Energiewendebarometer.
KfW-Energiewendebarometer dokumentiert Bereitschaft zu Klimaschutz
Die Menschen in Deutschland sind wieder stärker bereit, sich persönlich mit Investitionen für den Klimaschutz einzusetzen. Der Anteil der Haushalte, die Handlungsbereitschaft bekunden, ist deutlich gestiegen: von 59 Prozent im Vorjahr auf 66 Prozent. Das ist ein Ergebnis des KfW-Energiewendebarometer, für das KfW Research zwischen Dezember 2025 und April 2026 mehr als 4.300 Haushalte in Deutschland repräsentativ befragt hat. „In den vergangenen Jahren stand das Thema Klimaschutz weniger stark im Fokus. Trotz andauernder Konjunkturdelle in Deutschland scheinen die Menschen nun wieder umzudenken; sie wollen wieder in die Energiewende investieren“, sagt KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. Der außergewöhnliche Hitzesommer 2026 habe die Notwendigkeit von Klimaschutz nochmal klar verdeutlicht.
Mehr Haushalte nutzen umweltfreundliche Energietechnologien
Der Anteil der Haushalte, die mindestens eine Energiewendetechnologie nutzen, ist auf 34 Prozent beziehungsweise rund 14 Millionen Haushalte gestiegen. Das sind etwa 1,1 Millionen Haushalte mehr als im Vorjahr. 2025 war der Anstieg zum Vorjahr mit rund 800.000 Haushalten noch geringer ausgefallen – der Hochlauf hat Fahrt aufgenommen. Binnen Jahresfrist planen zudem fünf Prozent der Haushalte die erstmalige Anschaffung einer Energiewendetechnologie, wie Elektroautos, Pelletheizungen, Photovoltaik, Solarthermie oder Wärmepumpen. Besonders dynamisch entwickelt sich die Nachfrage nach Elektroautos und Aufdach-PV-Anlagen.
Bei Energiewende tut sich ein soziales Problem auf
Das Gefälle zwischen Eigentümern und Mietern bleibt jedoch unverändert hoch. 59 Prozent der Haushalte im eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus nutzen mindestens eine Energiewendetechnologie, das sind fast viermal so viele wie Haushalte in Mietwohnungen. Zudem investieren Haushalte mit einem höheren Einkommen deutlich häufiger als ärmere Haushalte. „Angesichts der zunehmenden Verteuerung fossiler Energieträger bedeutet diese Spreizung, dass gerade die vulnerablen Gruppen künftig mit einem steigenden Kostendruck zu rechnen haben“, warnt Schumacher. Haushalten im unteren Einkommenssegmentwürden oft die Mittel für Investitionen in klimaschonende Technologien fehlen. Um die Energiewende in die Breite zu tragen, sei es deshalb wichtig, auch einkommensschwächere Haushalte durch gezielte Fördermaßnahmen für Energiewendetechnologien zu gewinnen.