Am 1. Oktober ging im Schweizer Ferienort Anzère die mit 6,5 Megawatt größte Pelletsheizzentrale Mitteleuropas in Betrieb. Angestoßen hat das Projekt der deutsche Pelletshersteller Markus Mann. Pelletshome.com hat mit dem Geschäftsführer der Mann Naturenergie GmbH & Co. KG darüber gesprochen, wie es dazu gekommen ist.
Herr Mann, welche Bedeutung hat das Projekt in Anzère für Sie?
Bei dem Investitionsvolumen war es keine kleine Herausforderung, eine gemeinschaftliche Lösung mit den 600 Wohnungseigentümern zu erarbeiten. Immerhin handelt es sich dabei um Menschen aus zwölf Nationen.
Markus Mann
Wie ist es entstanden?
Meine Eltern haben vor 40 Jahren eine Ferienwohnung im Ort gekauft. Bei einer Eigentümerversammlung ging es um den Austausch der alten Ölheizung. Ich habe vorgeschlagen, auf Pellets umzustellen. „Was um Gottes Willen sind Pellets?“, wurde ich gefragt. „So kleine Holz-Dinger“, erklärte ich. „Haben Sie davon Ahnung?“ Ich antworte: „Ja, ja ein bisschen“ und bot an, ein Angebot zu machen.“ Schlussendlich haben sich 15 von 22 Gebäuden angeschlossen.
Gab es anfangs auch Widerstände gegen das Projekt?
2006 habe ich die Pelletsheizzentrale erstmals vorgeschlagen. Der damalige Standort war nicht günstig, weshalb das Projekt fast drei Jahre geruht hat. Die Gemeinde hat daraufhin den Flächennutzungsplan geändert, sodass wir eine Parzelle 350 Meter vor dem Ortseingang auf Erbpacht erhalten konnten.
Welchen Anteil an den Gebäuden im Ort versorgt die Pelletsheizzentrale?
15 von 22 Großgebäuden. Es gibt aber noch viel zu tun. Auf der Homepage www.cba-Anzere.ch sehen Sie auf der der ersten Seite ein Plan mit allen Häusern.
Wie viel weitere Gebäude ließen sich noch an die Pellets-Fernwärme anschließen, ohne das Leitungsnetz oder die Heizzentrale ausbauen zu müssen?
Wir könnten ohne Weiteres fünf weitere Großgebäude mit etwa 150 Wohnungen versorgen. Danach können wir einen bereits heute vorgesehenen Abzweig nutzen und den südlichen Ortsteil anschließen. In dem Fall wird ein dritter Kessel aufgestellt.
Als Betreibergesellschaft fungiert die CBA SA. 47 Prozent der Unternehmensanteile gehören den Wohnungseigentümern, 53 Prozent Ihrem Unternehmen Mann Energie. Wie lässt sich diese Verteilung erklären?
Das Projekt konnte nur gelingen, weil die Mann Energie Suisse das Hauptrisiko übernommen hat. Die finanzierende Bank wollte einen Hauptverantwortlichen. Ich würde aber eventuell Anteile abgeben, wenn wir erweitern.
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