Lohberger, Anbieter von Festbrennstoffherden und Großküchen, hat den Holzkesselhersteller SHT gekauft. Mit der neu gegründeten Lohberger Heiztechnik will Geschäftsführer Manfred Huber künftig neben Wohnraumheizgeräten auch Ganzhausheizungen anbieten. Im Gespräch mit Pelletshome.com erklärt er, warum sich SHT als Übernahmekandidat angeboten hat und worin sich der Verkauf von Holzherden von der Vermarktung von Holzheizungen unterscheidet.
Herr Huber, mit dem Aqua Insert hat Lohberger bislang einen Zentralheizungs-Kombikamineinsatz für den Wohnraum in seinem Produktprogramm geführt. Warum wollen Sie nun die Produktsparte um weitere Holzheizungen erweitern?
Mit dem Aqua Insert+Pellets sind wir bereits seit Jahren erfolgreich speziell für Niedrigenergie- und Passivhäuser in der Nische der Kombiheizgeräte im Wohnraum tätig. Mit dem SHT-Produktsortiment haben wir nun die Möglichkeit, diese Nische um weitere Holz- Pelletskombiheizungen für den Wohnraum und für den Keller zu komplettieren.
Werden Sie die SHT-Produkte weiterhin unter dieser Marke verkaufen?
Der Name Lohberger steht für qualitativ hochwertige und innovative Herde und Kaminöfen. Die Marke SHT hat sich in den vergangenen Jahren als Marktführer bei Holz-Pelletskombiheizungen einen sehr guten Namen gemacht. Wir werden daher die starke Marke SHT weiter nutzen.
Was hat das Unternehmen SHT für Sie als Übernahmekandidat besonders interessant gemacht?
Als ständiger Marktbegleiter haben wir die technischen Innovationen von SHT beim Kombiheizkessel TDA und bei der Kombiwohnheizzentrale Vario Aqua schon länger beobachtet. Auch waren die regionale Nähe, das starke Mitarbeiterpotenzial und das bestehende Servicenetzwerk interessant für uns.
Was erwarten Sie von Ihrem neuen Unternehmenszweig Lohberger Heiztechnik?
Wir wollen uns gemeinsam im Bereich der Kombiheizfeuerungen zum europäischen Marktführer entwickeln und den Bereich der Pelletsheizungen ausbauen. Neben den drei bestehenden Unternehmenszweigen der Festbrennstoffherde und Kaminöfen, der Großküchen und dem Emaillierwerk soll nun dieser vierte Unternehmenszweig zum erfolgreichen und nachhaltigen Wachstum von Lohberger beitragen.
Welche Länder haben Sie konkret im Blick?
Deutschland ist für uns aufgrund der langjährigen Marktbearbeitung als Heimmarkt zu sehen. Darüber hinaus stehen folgende Länder im Fokus: Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweiz.
Ihr Unternehmen hat 1925 als Hersteller von Holzherden begonnen. Welche maßgeblichen Entwicklungen hat es in diesem Bereich in den vergangenen Jahrzehnten gegeben?
Österreich ist in Sachen Umweltauflagen bei Emissionen schon immer Vorreiter in Europa gewesen. Daher war es schon von jeher unser Anspruch, ausschließlich hochwertige und emissionsarme Holzherde zu produzieren. Wir waren eines der ersten Unternehmen, das seine Herde mit Ceranfeldern anstatt Stahlherdplatten ausstatten konnte. Vor zehn Jahren, als Holzherde schon als Auslaufmodelle galten, haben wir entgegen dem Trend unsere Modulbaureihe Varioline präsentiert. Wir haben es mit ihr erstmals möglich gemacht, ein Sichtfenster auch im Feuerraum zu bekommen und ein Pelletsmodul an einem Holzherd anzuschließen. Dieses Jahr haben wir den ersten raumluftunabhängigen Holzherd in Serie gebracht, der nun auch in Niedrigenergiehäusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung problemlos eingesetzt werden kann. Alle diese Innovationen helfen uns dabei, unsere Marktführerschaft bei Holzherden in Österreich und Deutschland auszubauen.
Verkaufen sich Holzherde heute anders als noch vor einigen Jahrzehnten?
Vor einigen Jahrzehnten gab es noch keine Elektroherde. Somit war der Holzherd in der Küche eine Notwendigkeit. Heute hat sich die Notwendigkeit in ein positives Lebensgefühl gewandelt. Das Kochen in der eigenen Küche mit der Familie beziehungsweise mit Freunden hat eine wahre Renaissance erlebt. Der Großteil unserer Kunden schätzt zudem die behagliche, schnelle Strahlungswärme und vor allem die Unabhängigkeit von Strom, Gas und Öl.
Worin unterscheidet sich der Verkauf von Holzherden vom Verkauf von Holzheizungen?
Bei Holzherden sind die Kaufentscheidungen teilweise sehr emotional und optisch geprägt, da sich die Geräte in der Küche befinden. Holzheizungen müssen dagegen die Wirtschaftlichkeitsrechnung gegenüber anderen Heizsystemen bestehen.
Was bedeutet die SHT-Übernahme für die Ausrichtung Ihrer Unternehmensgruppe?
Mit der Übernahme erreichen wir fünf maßgebliche Effekte: Wir erreichen ein Umsatzwachstum von etwa 20 Prozent, wir können unsere Entwicklungskapazitäten signifikant ausbauen, unseren werkseigenen Kundendienst verdoppeln, unseren Standort Österreich absichern und unseren Kunden ein attraktives Produktportfolio bieten.
Weitere Informationen: www.lohberger.com