„Wir planen die Markteinführung für Herbst 2012“

Dienstag, 08. November 2011 | Autor: Joachim Berner

Mit dem Schneckenbrenner hat die Ligno Heizsysteme GmbH aus dem österreichischen Zöbern beim 11. Industrieforum Pellets Anfang Oktober in Stuttgart ein neues Konzept für Pelletsbrenner vorgestellt. Es soll auch Brennstoffe mit einem hohen Aschegehalt mit nur geringen Emissionen verbrennen können. Pelletshome.com sprach mit Geschäftsführer Andreas Buchegger über die technischen Besonderheiten des Brenners, künftige Rohstoffpotenziale für Brennmaterial und darüber, wie sich neue Entwicklungen finanzieren lassen.

Wodurch zeichnet sich der Schneckenbrenner aus?
Mit diesem Brennerkonzept können problemlos aschen- und schlackereiche, rieselfähige oder pelletierte Brennstoffe verheizt werden. Gleichzeitig erfüllt es sämtliche behördlichen Emissions- und Wirkungsgradvorschriften. Für Kunden entsteht kein erhöhter Wartungs- und Reinigungsaufwand, auch wenn sie Brennstoffe verwenden, die nicht der Pellets- A1-Qualität entsprechen – wie sie übrigens alle anderen Pelletskessel benötigen.

Wodurch unterscheidet er sich von bisherigen Brennern in Pelletsheizkesseln?
Wie es der Name schon sagt, führt durch die gesamte Verbrennungseinheit eine Schnecke. Mit ihr können wir die Durchsatzgeschwindigkeit des Brennstoffes in den einzelnen Verbrennungszonen definieren beziehungsweise verändern. Das ist das wichtigste Merkmal des Brenners bei der Verwendung von Brennstoffen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften wie Aschegehalt, Ascheschmelzpunkt oder Gasungsverhalten.

Welche Rolle werden andere Rohstoffe als Holz Ihrer Meinung nach künftig in der Pelletsproduktion spielen?
Wenn die nationalen und europäischen Ziele bezüglich des Einsatzes von regenerativen Energieträgern bis 2020 beziehungsweise 2050 erreicht werden wollen, so werden alle bereits bekannten nachhaltigen Energieträger mehr oder weniger zum Einsatz kommen müssen. Dazu gibt es unzählige Ansätze von Brennstoffen, die nicht aus dem Wald kommen.

Bei welchen Brennstoffen erwarten Sie besonders hohe Potenziale?
Das wird regional unterschiedlich sein. In Österreich könnte ich mir vorstellen, dass ein großes Potenzial bei den landwirtschaftlichen Brennstoffen wie zum Beispiel Pellets aus Miscanthus oder Holzpellets aus Kurzumtriebsflächen liegt. Weitere Beispiele für künftige Rohstoffe wären Olivenschrottkerne oder Pellets, die in Spanien in großen Mengen als Abfallprodukt aus der Olivenölproduktion anfallen. Dazu können in Europa, aber auch darüber hinaus, noch viele Beispiele aufgezählt werden.

Die Idee zu dem neuartigen Konzept entstand in einem gemeinsamen Forschungsprojekt verschiedener österreichischer Heizkesselhersteller.  Wie kann man sich diese Zusammenarbeit vorstellen?
Die Gemeinschaftsentwicklung hat das wissenschaftliche Institut Bioenergy 2020+ aus Wieselburg geleitet und begleitet. Gemeinsam mit fünf weiteren Industriepartnern hat es ein gemeinsames Entwicklungsziel formuliert. Bei periodischen Treffen haben wir die Teilergebnisse und die weiteren Schritte besprochen. Dabei haben wir die Erfahrung und das Wissen aller Partner einbezogen.

Warum konnten Sie als einzelnes Unternehmen die Idee aufgreifen und alleine fortführen?
Für Ligno, bekannt als Hersteller mit innovativen Heiztechniken, war von Anfang an klar, daraus einen fertigen Kessel zu entwickeln. Nachdem die Basisentwicklung des Schneckenbrenners abgeschlossen war, stand sie allen Firmenpartnern zur weiteren Verwendung zur Verfügung. Warum die anderen Partner kein Serienprodukt daraus fertigstellen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wann wird ihr neuer Brenner erhältlich sein?
Die offizielle Markteinführung ist für die Heizsaison 2012/2013 geplant, sollten wir in den letzten Umsetzungsschritten nicht Erkenntnisse gewinnen, die sich negativ für Kunden auswirken würden. Denn es gibt kein Produkt von Ligno am Markt, das nicht ausgereift ist und dem höchsten Stand der Technik entspricht.

Wie finanzieren Sie die Entwicklung des Brenners?
Die Finanzierung der Basisentwicklung wurde mit 55 Prozent im Rahmen des Kplus-Programms gefördert. Die Umsetzung in den fertigen Heizkessel fördert die Forschungsförderungsgesellschaft.

Wie beurteilen Sie die Förderung innovativer Pelletsheiztechnik auf nationaler und europäischer Ebene?
Als sehr gut, wenn man in der Vielfalt der Möglichkeiten die richtigen Förderstellen findet und dabei nicht den Mut verliert, diese auch zu bearbeiten.

Welche weiteren technischen Entwicklungen erwarten Sie in der näheren Zukunft in der Pelletsheiztechnik?
Ich bin überzeugt, dass die Kesselhersteller gemeinsam mit den Energielieferanten Produkte für die Umsetzung von nachhaltigen Energieträgern in Wärme und Strom entwickeln müssen und werden. Dazu liegen alleine bei Ligno noch einige Entwicklungsprojekte in der Schublade.

Weitere Informationen: www.ligno.at

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