„Die Forstgesetze verhindern eine Übernutzung des Waldes“

08/10/2013 | : Joachim Berner

Holzknappheit, Feinstaubbelastung, Preisanstieg – Im Interview mit Pelletshome.com nimmt Diplom-Forstwirt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Pelletinstituts (DEPI), Stellung zur Kritik an Pelletsheizungen.

Pelletsheizungen werden immer beliebter. Muss man sich keine Sorgen um den deutschen Wald machen?
Nein. Im Gegenteil. Es gibt grundsätzlich noch ein deutliches Steigerungspotenzial für Pelletheizungen. Deutschland besitzt in Mitteleuropa die größten Holzvorräte und die meisten Sägewerke. Dort fallen die zur Pelletproduktion benötigten Ausgangsstoffe wie Sägespäne und Hackschnitzel in riesigen Mengen an. In Deutschland werden Pellets fast ausschließlich aus diesen Koppelprodukten der Sägewerke hergestellt, die beim Einschnitt von Holz automatisch anfallen. Das macht nicht nur ökologisch Sinn, sondern ist auch wirtschaftlich. Waren Sägespäne vor 20 Jahren noch Abfall, der entsorgt werden musste, stellt man daraus heute einen effizienten, nahezu CO2-neutralen Energieträger her.

Aber wie sieht es in Zukunft aus, wenn immer mehr Menschen mit Holzpellets heizen?
Sie dürfen nicht vergessen: In Deutschland wurde das Nachhaltigkeitsprinzip in der Forstwirtschaft bereits vor 300 Jahren definiert. Die Forstgesetze haben sich seitdem immer weiter entwickelt und verhindern eine Übernutzung des Waldes. Der nimmt folglich flächenmäßig und in puncto Holzvorrat immer weiter zu.

Manche haben Bedenken, dass Pelletsheizungen zu einer erhöhten Feinstaubbelastung beitragen.
Holzenergie in Pelletform ist homogen, trocken und zertifiziert, daher haben Pelletfeuerungen ein äußerst positives Emissionsverhalten. Die wichtigste Voraussetzung ist aber die automatische Verbrennung, die menschliche Anwendungsfehler verhindert. Feinstaub wird neben feuchtem Brennholz vor allem durch eine falsche Bedienung der Feuerung erzeugt. Neben diesen Grundvoraussetzungen von Pelletfeuerungen für ein gutes Emissionsverhalten gibt es heute strenge rechtliche Vorgaben und Grenzwerte für Feinstaub bei der Holzverbrennung. Sie sind in der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen verankert. Pelletfeuerungen erfüllen nicht nur die seit März 2010 geltende erste Stufe, sondern in der Regel auch schon die wesentlich strengere, erst ab 2015 geltende zweite Stufe.

Aber eines dürfte wohl klar sein: Wenn immer mehr Menschen mit Pellets heizen, werden sich diese preislich dem Heizöl anpassen.
Klar ist, dass auch Pellets teurer werden. Klar ist aber auch, dass sich diese Entwicklung bei einem breit verfügbaren, heimischen Produkt nachvollziehbar an Marktmechanismen wie Angebot und Nachfrage ausrichtet und nicht durch Spekulationseinflüsse geprägt wird. Wenn man darüber spricht, ob ein Produkt teuer oder preiswert ist, liegt dem meistens ein Vergleich zugrunde. Gegenüber dem Ölpreis rechne ich für Pellets mit einem Preisvorteil, der dauerhaft über dem langjährigen Mittel von 23 Prozent liegt.

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  1. [...] Kampagne ist ein effektives Marketinginstrument“, so Bentele. „Mehr als 90 Prozent der befragten Handwerkspartner gaben an, dass sie durch ihre Veranstaltung [...]

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