Ein kompaktes, leises und effizientes Getriebe für Antriebe von Bunkerbeschickungen, Einführschnecken, Raumaustragungen und Zellradschleusen hat die ABM Greiffenberger GmbH aus Marktredwitz vorgestellt. Vertriebsleiter Michael Stein erläutert im Gespräch mit Pelletshome.com seine Vorzüge.
Herr Stein, wodurch unterscheidet sich das neue Flachgetriebe FGA 453 von Ihren bisherigen Modellen?
Im Vergleich zum Vorgängermodell haben wir folgende Änderungen durchgeführt: Das Abtriebsmoment haben wir von 420 auf 450 Newtonmeter erhöht und gewährleisten dadurch eine höhere Belastbarkeit. Der Anbau des Motors an das Getriebe wurde vereinfacht. Weniger Teile bedeuten weniger Gewicht. Zudem haben wir eine zusätzliche Befestigungsmöglichkeit mit Durchgangslöchern geschaffen, was die Montage vereinfacht. Außerdem bietet das FGA 453-Getriebe bei gleichem Achsabstand mehr Freiraum zwischen Motorgehäuse und Hohlwellenachse .
Welche Anforderungen stellen sich für die Getriebemotoren in der Pelletstechnik?
Die Getriebemotoren müssen ein hohes Anlaufmoment aufweisen, sollten einfach zu montieren sein, einen hohen Wirkungsgrad haben und ihre Aufgabe zuverlässig während der Anlagenlebensdauer erfüllen.
Welche Art von Antrieben eignen sich zum Beispiel für Förderschnecken, welche für Zellradschleusen und welche für die Brennstoffzufuhr im Kessel und warum?
Stirnradgetriebemotoren eignen sich für alle Arten von Förderschnecken und Zellradschleusen. Am einfachsten und Platz sparendsten sind sie in der Ausführung als Flachgetriebe, bei denen sich die Motorwelle parallel zur Abtriebswelle bewegt, zu montieren. Daher bietet ABM diese Getriebebauform von 50 bis 1.350 Newtonmeter an.
Sind die Antriebe speziell für die Pellets- beziehungsweise Biomasseheiztechnik entwickelt?
Die Flachgetriebe der Baureihe FGA mit extra großem Achsabstand wurden speziell für die Anwendungen in Biomasseheizungen entwickelt. Sie werden aber auch in anderen Anwendungen eingesetzt.
Wie lässt sich der Wirkungsgrad solcher Antriebe steigern?
Ein großer Schritt in der Verbesserung des Wirkungsgrades wurde erreicht indem die in den 80er und 90er Jahren verwendeten Doppelschneckengetriebe durch die Flachgetriebe abgelöst wurden. Die Schneckengetriebe hatten Wirkungsgrade von 50 bis 60 Prozent, das Flachgetriebe hingegen hat einen Wirkungsgrad von 94 bis 95 Prozent. Die Wirkungsgrade der Flachgetriebe-Motoren werden jetzt bestimmt durch die Qualität der Verzahnung, die Auswahl des Schmiermittels und die Auslegung des Motors.
Elektronisch geregelte Gleichstrommotoren lassen sich stufenlos steuern und arbeiten Strom sparend. Werden sie auch schon in der Pelletsheiztechnik eingesetzt?
Gleichstrommotoren werden derzeit nicht in nennenswerten Stückzahlen in Pelletsheizungen verwendet. Die dazu erforderliche Elektronik erhöht nicht nur die Störanfälligkeit der Anlage, sondern verteuert auch die Antriebe.
Welches Potenzial für Verbesserungen gibt es noch?
Nachdem die Flachgetriebemotoren zur Standardlösung in der Branche geworden sind, kommt der richtigen Auswahl des Drehstrom- oder Einphasenmotors die größte Bedeutung zu. Dazu ist eine enge Abstimmung zwischen den Anlagenherstellern und dem Antriebslieferanten erforderlich.
Welche Bedeutung besitzt der Pelletsmarkt für Ihr Unternehmen?
Ich möchte das nicht auf Pellets beschränken. Die Hersteller von Biomasseheizungen sind für uns ein wichtiger Kundenkreis. Zum einen weil die Stückzahlen für die Förderantriebe interessant sind, zum anderen weil ABM Greiffenberger sich seit Jahren mit den Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz beschäftigt. Darüber hinaus glauben wir, dass dieser Markt trotz einiger Schwankungen tendenziell weiter wachsen wird.
Weitere Informationen: www.abm-antriebe.de
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