Der Boom im weltweiten Pelletshandel ist nicht mehr zu stoppen. Laut einer Studie der britischen Hawkins Wright Ltd. flossen 2010 rund 2,5 Millionen Tonnen Pellets nach Europa, 40 Prozent mehr als noch 2009. Fachleute erwarten, dass der internationale Handel mit Holzpellets in den kommenden Jahren weiter stark wachsen wird. Die Londoner Pöyry Management Consulting Ltd. prognostiziert für das Jahr 2020 transkontinentale Handelsströme mit einem Volumen von 18 Millionen Tonnen. Die großen Mengen bieten neue Chancen für die Pelletsbranche, stellen die Industrie aber auch vor neue Herausforderungen, wenn es um die Nachhaltigkeit des Brennstoffes geht. Über dieses und viele weitere Themen können sich die Teilnehmer des 11. Industrieforums Pellets vom 4. bis 5. Oktober in der Messe Stuttgart informieren.
Teilnehmer des Industrieforums Pellets diskutieren die Rahmenbedingungen des internationalen Pelletsmarktes. Foto: Solar Promotion
Das so genannte Co-Firing in Kohlekraftwerken treibt den globalen Pelletshandel an. So versorgen hauptsächlich Produzenten aus den USA und Kanada den europäischen Kraftwerksmarkt. Sie haben nach Angaben der North American Wood Fiber Review im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Tonnen Pellets nach Europa verschifft. Von 2008 bis 2010 hat sich die Anzahl der Pelletsverschiffungen aus Nordamerika verdoppelt. Allein 900.000 Tonnen landeten 2010 in niederländischen Kraftwerken, 500.000 Tonnen in britischen.
Andere Regionen könnten Nordamerika in den nächsten Jahren den Rang ablaufen. So ging in diesem Jahr das weltweit größte Pelletswerk mit 900.000 Tonnen Jahreskapazität im russischen Vyborg in Betrieb. Es produziert hauptsächlich für den Export. Große Pläne gibt es auch in Brasilien. Dort plant derPapier- und Zellstoffhersteller Suzano bis zum Jahr 2015 drei Pelletswerke mit einer Jahreskapazität von zusammen drei Millionen Tonnen.
Je mehr der internationale Handel von Holzpellets zunimmt, desto mehr wird über ihre Nachhaltigkeit diskutiert. Dabei geht es um das Abholzen von Urwäldern, den illegalen Holzeinschlag und die Konkurrenz von Kurzumtriebsplantagen mit Ackerflächen für Nahrungspflanzen. Für flüssige Biomasse existiert bereits eine europäische Nachhaltigkeits-Richtlinie, für feste Biomasse erarbeitet die EU-Kommission momentan erst entsprechende Kriterien. Außerdem arbeiten bei dem Projekt PellCert zahlreiche Pelletverbände sowie der Europäische Dachverband Aebiom und Vertreter der Stromwirtschaft an der Entwicklung von Nachhhaltigkeitskriterien, die in das ENplus-System integriert werden können.
Nachhaltigkeit und Rohstoffkonkurrenz sind Thema der Podiumsdiskussion am ersten Konferenztag des 11. Industrieforums Pellet. Teilnehmer unterschiedlicher Interessensgruppen wie der Pelletsbranche, der Forstwirtschaft und der Holzwerkstoffindustrie versprechen eine spannende Diskussion. Das Industrieforum bietet einen Überblick über die globalen Schlüsselmärkte und beleuchtet Entwicklung sowie Perspektiven des weltweiten Pelletsmarkts. Parallel öffnet vom 5. bis 7. Oktober die Fachmesse Interpellets 2011 ihre Tore. Der Veranstalter, die Solar Promotion GmbH, erwartet 150 Aussteller und 6.000 Besucher aus dem In- und Ausland. Zur Tagung werden rund 550 internationale Experten und Entscheider anreisen.
Weitere Informationen: www.interpellets.de und www.pelletsforum.de