Das deutsche Heizungshandwerk klagt über einen Mangel an Fachkräften. Dem Umsatzwachstum im vergangenen Jahr stehe nur ein geringes Beschäftigungswachstum gegenüber, meldet der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).
Heizungshandwerk startet Ausbildungsinitiative
“Gut ausgebildete Fachkräfte gibt der Arbeitsmarkt nicht mehr her”, sagt ZVSHK-Präsident Friedrich Budde. Das Heizungshandwerk sei stärker denn je darauf angewiesen, den dringend erforderlichen Nachwuchs selbst auszubilden und bei den Betrieben zu halten. Laut ZVSHK stieg die Zahl der Beschäftigten wuchs trotz der stabilen Auftragslage im vergangenen Jahr nur um ein Prozent auf 368.397 Mitarbeiter. Die Hälfte aller im Verband organisierten Handwerksbetriebe habe im Jahr 2016 personelle Verstärkung gesucht. Seit Jahresbeginn realisiert der ZVSHK deshalb mit seinen Landesverbänden die bundesweite Nachwuchskampagne “Zeit zu starten”.
Heizungsinstallateure erzielen Rekordumsatz – mit Bädern
Über Arbeit kann das Heizungshandwerk nicht klagen. Im vergangenen Jahr hat nach nach Angaben des ZVSHK mit 41,7 Milliarden Euro einen Rekordumsatz erwirtschaftet. Zehn Jahre zuvor habe der Umsatz noch bei 30,6 Milliarden Euro gelegen. Die Heizungsbauer verdienen aber nicht hauptsächlich mit Heizungen. Das Wachstum getrieben hat unter anderem das Modernisierungsgeschäft bei Bädern. “Die Deutschen modernisieren eher ihre alten Bäder als ihre ineffizienten Heizungsanlagen”, erklärt Budd. Mit einer Sanierungsrate von drei Prozent würden sich die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung aber nicht erreichen lassen. Der ZVSH vertritt als Standesorganisation über 51.000 Handwerksbetriebe. Rund 25.000 Innungsbetriebe sind über 17 Landesverbände im Zentralverband organisiert. Der durchschnittliche Umsatz je Innungsbetrieb liegt bei rund einer Million Euro.