H2-Ready-Kessel entwickelt
Trotz H2-Ready – Wasserstoff als Ersatzbrennstoff für aktuell mit Erdgas in Heizungskessel wird noch lange äußerst knapp und teuer sein. Darauf weist Zukunft Altbau hin.
H2-Ready ist noch gar nicht ready
Zur Beheizung von Gebäuden soll künftig Wasserstoff eingesetzt werden können. Nach den Plänen der Bundesregierung wird ab dem kommenden Jahr die Installation neuer Gasheizungen eingeschränkt. Ausnahmen sind jedoch für Anlagen geplant, die mit Biomethan oder mit klimaneutralem Wasserstoff heizen. „Doch grünen Wasserstoff gibt es aktuell praktisch nicht und künftig wird vor allem die Industrie enorme Mengen davon verbrauchen, um klimaneutral zu werden“, sagt Martin Pehnt vom Institut für Energie- und Umweltforschung. Für den Gebäudesektor werden ihm zufolge voraussichtlich keine relevanten Mengen zur Verfügung stehen. Und sie werden relativ teuer sein. Hinzu kommen die Kosten für die Umrüstung sogenannter H2-Ready-Heizungen für die Verbrennung von reinem Wasserstoff. Aktuell ist dies in der Breite noch gar nicht möglich, entsprechende Geräte werden erst entwickelt.
Mit Wasserstoff lässt sich nicht effizient genug heizen
Als weiteres Argument gegen H2-Ready nennt Frank Hettler von Zukunft Altbau die mangelnde Effizienz: „Der Einsatz von Wasserstoff erfordert ein Vielfaches an grünem Strom im Vergleich zu einer elektrisch angetriebenen Wärmepumpe.“ Als Faustregel gelte: Wärmepumpen machen aus einer Kilowattstunde Strom rund drei Kilowattstunden Wärme, die Wasserstoff-Gasheizung aus zwei Kilowattstunden Strom aufgrund der Umwandlungsverluste nur eine Kilowattstunde Wärm. Um eine Kilowattstunde Wärme aus Wasserstoff zu erzeugen, müssen also rund sechsmal mehr Windenergie- und Photovoltaikanlagen errichtet werden, als wenn der Strom direkt eine Wärmepumpe antreibt. „Volkswirtschaftlich ist das ein Unding“, urteilt Hettler. Sein Fazit lautet: Klimaneutraler Wasserstoff ist für die Energiewende eminent wichtig. Beim Beheizen von Gebäuden wird das Gas jedoch praktisch keine Rolle spielen.