Solare Fernwärmenetze: Marktentwicklung
Um 41 Prozent gewachsen ist im vergangenen Jahr die Leistung großer Solarkollektorfelder, die in deutsche Fernwärmenetze einspeisen. Mit der Inbetriebnahme von 21,7 Megawatt war 2020 das bislang erfolgreichste Jahr für den Markt der solaren Wärmenetze in Deutschland. Das teilt nach das Steinbeis-Forschungsinstitut Solites mit.
Sonne liefert zu wettbewerbsfähigen Preisen in Fernwärmenetze
Ende 2020 haben in Deutschland 44 solarthermische Großanlagen mit einer einer Leistung von rund 75 Megawatt ihre Energie in Fernwärmenetze gespeist. Solites prognostiziert eine Verdopplung der Anlagenzahl bis 2025. “Wir erleben bei den solaren Wärmenetzen in Deutschland seit etwa fünf Jahren ein dynamisches Wachstum, das sich nach unseren Prognosen auch in Zukunft fortsetzen wird”, sagt Mitarbeiter Patrick Geiger. Als wesentlichen Treiber für die positive Marktentwicklung nennt Geiger die langfristig berechenbaren günstigen Wärmegestehungskosten der solaren Fernwärme: “Sie sind bei großen Freiflächenanlagen – nicht zuletzt dank einer attraktiven Förderung des Bundes – mit 40 bis 70 Euro netto pro Megawattstunde bereits heute wettbewerbsfähig zu fossiler Wärmeerzeugung.” Steigende CO2-Preise und europäische Vorgaben zur schrittweisen Dekarbonisierung der Fernwärme dürften diesen Trend seiner Ansicht nach in den kommenden Jahren verstärken.
Solare Fernwärmenetze: Standorte
Solarthermie in puncto Flächenausnutzung effizienter als Photovoltaik
“Für schnelle Fortschritte beim Klimaschutz im Gebäudesektor ist der Ausbau von Wärmenetzen auf Basis von erneuerbaren Energien und Abwärme ein Schlüsselfaktor. Solarthermie hat dabei neben Großwärmepumpen und Geothermie die größten Potenziale”, erklärt Solites-Leiter Dirk Mangold. Um das Potenzial der solaren Fernwärmenetze zu heben, bedarf es seiner Meinung nach einer systematischen kommunalen Wärmeplanung. Denn die zunehmende Konkurrenz um Flächen bezeichnet er als eine der größten Herausforderungen der Energiewende – auch im Wärmebereich. Die Sicherung potenzieller Flächen für Solarthermie stehe bislang aber zu wenig im Fokus der Planungsbehörden. Dabei könne sie vor allem in puncto Flächeneffizienz punkten: “Die Flächeneffizienz der Solarthermie liegt um den Faktor 3 bis 4 über der Photovoltaik und um den Faktor 30 bis 50 über dem Energiepflanzenanbau und ermöglicht einen Wärmeertrag von rund zwei Gigawattstunden pro Hektar Landfläche und Jahr.”