Bei einer Volksabstimmung haben sich die Schweizerinnen und Schweizer für die Energiestrategie 2050 ihrer Regierung ausgesprochen. Sie sieht eine stärkere Förderung erneuerbare Energien vor sowie den Ausstieg aus der Atomenergie.
Energiestrategie 2050 erhöht Förderung für erneuerbare Energien
Bei der Energiestrategie 2050 handelt es sich um ein Maßnahmenpaket, um den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen und erneuerbare Energien wie Biomasse, Geothermie, Sonnenenergie und Windkraft zu fördern. Außerdem verbietet es den Bau neuer Atomkraftwerke. Die alten dürfen allerdings weiterlaufen. Mit ihrem Ja stimmten die Schweizerinnen und Schweizer auch für eine Erhöhung des Netzzuschlags, mit dem die Bundesregierung erneuerbare Energien finanziert. Ein Haushalt mit vier Personen und einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden im Jahr wird dadurch rund 40 Franken pro Jahr mehr für seinen Strom bezahlen müssen. Stromintensive Firmen erhalten den Netzzuschlag dagegen unter gewissen Bedingungen rückerstattet. Die Voraussetzungen dafür werden mit der Energiestrategie 2050 erleichtert.
Der meiste Strom stammt aus Wasserkraft
Am 30. September 2016 hatten der Schweizer Nationalrat und der Ständerat die Energiestrategie 2050 mit deutlicher Mehrheit verabschiedet. Allein die rechtspopulistische SVP lehnte sie ab und hatte das Referendum angestrengt. Am Sonntag, den 21. Mai 2017, stimmten 58,2 Prozent der Schweizer Wahlberechtigten für die Energiestrategie 2050. Am deutlichsten fiel die Zustimmung in den Westschweizer Kantonen Wadt, Genf und Neuenburg mit jeweils über 70 Prozent aus. Vier den 26 Kantnone stimmten mit Nein: Aargau, Glarus, Obwalden und Schwyz. In der Schweiz wird Strom zu rund 60 Prozent aus Wasserkraft, zu 34 Prozent aus Kernkraft und zu vier Prozent aus erneuerbaren Energien produziert. An die Steckdosen wird aber nicht nur Strom aus Schweizer Produktion geliefert: Es herrscht ein reger Handel mit dem Ausland, bei dem Strom exportiert und importiert wird.