Anstatt mit Kohle will der dänische Energieversorger Dong Energy künftig Holzpellets in seinem Heizkraftwerk in Avedøre bei Kopenhagen verheizen und daraus Strom und Wärme erzeugen. Mit dem Einbau eines Kühlers Mitte Juni ist der dänische Energieversorger zu diesem Ziel nach eigenen Aussagen einen wichtigen Schritt vorangekommen.
Ohne Luftkühler entzünden sich Pellets zu früh
Bei dem 34 Tonnen schweren Luftkühler handelt es sich um das größte Anlagenteil, das Dong Energy braucht, um das Heizkraftwerk von Kohle auf Holzpellets umstellen zu können. Er soll verhindern, dass sich die Holzpresslinge entzünden bevor sie in die 1.500 Grad Celsius heiße Feuerung gelangen. Damit sich Strom und Wärme aus dem Holzbrennstoff erzeugen lassen, werden die Presslinge in einer Mühle zunächst zerkleinert. Erst danach werden sie in den Kraftwerkskessel geblasen – etwa 38 Kilogramm pro Sekunde. “Der große Luftkühler muss gewährleisten, dass die Temperatur der Luft, mit der wir die zerkleinerten Holzpellets in den Kessel blasen, nicht über 130 Grad Celsius steigt. Ansonsten entzünden sich die Pellets zu früh”, erklärt Dong Energy-Projektmanager Morten Reinhold.
Heizkraftwerk versorgt Hunderttausende von Haushalten
Das Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Koppelung in Avedøre besteht aus zwei Anlagen. Dong Energy ergänzt derzeit Einheit 1. Nach dem Umbau soll sie zwar hauptsächlich Holzpellets verbrennen, wird aber weiterhin auch Kohle nutzen können. Der zweite Kraftwerksteil enthält neben einem Pelletsbrenner, eine Strohverbrennung sowie zwei Gasturbinen. Sollte Einheit 1 umgestellt sein, wird das Heizkraftwerk nach Angaben von Dong Energy umweltfreundliche Fernwärme für 215.000 Wohnungen in Kopenhagen erzeugen können, außerdem Strom für 600.000 Haushalte.