Bürger schaffen Arbeitsplätze mit Energieprojekten

Montag, 21. September 2015 | Autor: Joachim Berner

Energie-Projekte in Hand von Bürgerinnen und Bürgern stärken die lokale Wertschöpfung mit Milliarden und bringen vor Ort vielfältigen gesellschaftlichen Nutzen. Zu diesem Fazit kommt eine neue Studie des Instituts für ZukunftsEnergieSysteme (IZES), die Greenpeace Energy zusammen mit dem Bündnis Bürgerenergie finanziert hat.

Bürger-Investitionen schaffen lokale Wertschöpfung

So konnten von Bürgerinnen und Bürgern organisierte Biomasse-, Photovoltaik- und Windkraftprojekte in Deutschland bundesweit bis zu 113.600 Vollzeitarbeitsplätze erhalten oder neu schaffen. Die Wertschöpfung der Projekte summierte sich allein im untersuchten Jahr 2012 auf 5,3 Milliarden Euro. Über steigende Steuereinnahmen profitierten davon auch die kommunalen Haushalte. Das eingesetzte Geld bleibe zu großen Teilen im lokalen Wirtschaftskreislauf, statt in globale Finanzströme abzufließen, heißt es in der Studie. Bei der IZES-Untersuchung handelt es sich um die erste grundlegende Studie zum Thema. Um Bürgerenergie künftig genauer evaluieren zu können, empfehlen die Forscherinnen und Forscher eine wissenschaftliche Langzeitbetrachtung von ausgewählten Kommunen, in denen Bürgerinnen und Bürger Erneuerbare-Energien-Projekte umsetzen.

Studie vergleicht Wertschöpfung verschiedener Energietechnologien

In der Studie haben sich die Autorinnen und Autoren auch mit der Wertschöpfung durch einzelne erneuerbare Energietechniken beschäftigt. Für eine Pelletsheizung mit einer thermischen Leistung von 15 Kilowatt für ein Ein-  oder Zweifamilienhaus schätzen sie, dass mit einer regionalen Wertschöpfung von rund 45 Euro pro Kilowatt durch die Investitionen und von jährlich rund 21 Euro pro Kilowatt durch den Betrieb zu rechnen sei. Ein Großteil der Effekte entfalle dabei jeweils auf die Arbeitnehmerentgelte. Zum Vergleich: Die Wertschöpfung einer kleinen Solarwärmeanlage mit einer Kollektorfläche unter 20 Quadratmetern beziffern sie auf 99 Euro pro Kilowatt durch die Investition und auf drei Euro pro Kilowatt und Jahr durch den Betrieb. Bei Solarstromanlagen liegen die Werte zwischen 253 und 281 Euro pro Kilowatt beziehungsweise 63 und 152 Euro pro Kilowatt und Jahr, bei Windkraftanlagen an Land bei 65 Euro pro Kilowatt sowie zwischen 42,5 und 87,1 Euro pro Kilowatt und Jahr.

Bürger treiben Innovation an

Das Autorinnenteam hat durch Interviews mit Branchenakteuren und Experten mehrere gesellschaftliche Nutzeneffekte identifiziert. Weil sich in Bürgerenergieprojekten viele Menschen aktiv beteiligen würden, wachse die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende, Kapital und Einfluss auf dem Energiemarkt würden breiter gestreut. Die Akteure der Bürgerenergie sorgen laut Studie zudem für technische Innovationen und können zum Beispiel Ökostromanlagen häufig günstiger errichten als große, profitorientierte Marktteilnehmer – zum Beispiel, weil sie einen Teil der anfallenden Kosten durch ihre ehrenamtliches Arbeit vermeiden. Vielerorts verwirklichen lokale Akteure die Projekte, weil große Konzerne die für sie entstehenden, relativ hohen Kosten bei kleinen Anlagen scheuen. Fast die Hälfte der gesamten in Deutschland installierten Ökostromleistung von 73 Gigawatt befindet sich in Bürgerhand.

Die Studie “Nutzeneffekte von Bürgerenergie” können Sie herunterladen unter www.buendnis-buergerenergie.de

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