Österreich streitet über Preisdeckel
Angesichts steigernder Pelletspreise hat die Arbeiterkammer Salzburg einen Preisdeckel gefordert. Dagegen wehrt sich der Branchenverband Pro Pellets Austria.
Preisdeckel? Produktionskosten bestimmen den Preis
„Ich verwehre mich dagegen, dass eine ganze Branche, die Tausende Arbeitsplätze sichert, unter Generalverdacht gestellt wird“, entgegnet Doris Stiksl, Geschäftsführerin von Pro Pellets Austria (PPA), dem Vorwurf, Pelletshersteller würden ihre Marktmacht zur Gewinnmaximierung missbrauchen. Als Grund für die höheren Preise nennt sie gestiegene Rohstoff-, Energie- und Lohnkosten. Gleichzeitig habe die lange Heizperiode europaweit zu einer höheren Nachfrage geführt. Auf der Angebotsseite wirke sich die schwache Baukonjunktur aus: „Viele Sägewerke haben ihre Produktion reduziert, wodurch weniger Sägespäne anfallen – ein zentraler Rohstoff für die Produktion.“
Bevorratung soll Versorgung sichern
Arbeiterkammer-Präsident Peter Eder hatte zudem beklagt, dass der Export zu einer Verknappung des Angebots in Österreich führe. Dem widerspricht Stiksl: „Pellets werden – so wie andere Güter auch – auf dem gesamten europäischen Markt gehandelt. Nicht gebundene Mengen werden daher auch auf anderen Märkten angeboten. Daraus lässt sich weder eine künstliche Verknappung noch eine bevorstehende Versorgungslücke ableiten.“ Zuletzt seien sechs Prozent weniger Pellets exportiert worden. „Anstatt über Verstaatlichung von heimischen Betrieben zu fantasieren, sollten sinnvolle Alternativen diskutiert werden“, sagt Stiksl. Pro Pellets Austria fordert schon seit Längerem eine staatliche Bevorratung von Holzpellets, ähnlich dem Modell bei fossilen Energieträgern.