IWO: Verband wirbt mit Erneuerbaren für Heizöl

Dienstag, 25. April 2017 | Autor: Joachim Berner

Wer etwas für die Umwelt tun will, bleibt am besten bei einer Ölheizung – denn sie eignet sich bestens zur Kombination mit erneuerbare Energien. Mit diesem Scheinargument wirbt das Institut für Wärme und Öltechnik (IWO) seit einiger Zeit für die fossilen Anlagen.

IWO: Heizölbranche nutzt Erneuerbare als grünes Mäntelchen

Ölheizungen, das weiß inzwischen wohl jeder, sind nicht das beste Mittel, um die Kohlendioxidemissionen zu senken. Das weiß natürlich auch das IWO, eine Einrichtung der deutschen Mineralölwirtschaft, die 1984 als Institut für wirtschaftliche Ölheizung gegründet wurde und unter diesem Namen bis 2011 firmierte. Mit der Umbenennung hat sich die Lobbyinstitution neu ausgerichtet. Seitdem hängt sie sich an die erneuerbaren Energien an und propagiert sogenannte Hybridheizungen. Doch der neue Auftritt dient dem alten Ziel: den Verkauf von Ölheizungen ankurbeln. Viel ist auf den IWO-Internetseiten von Energieeffizienz und Energiewende zu lesen, und wie eine Ölheizung angeblich dazu beitragen kann, aber nichts, aber auch gar nichts über die Klimabilanz der fossilen Wärmeerzeuger. Klar ist: Selbst wer seine neue Ölheizung mit einer solaren Warmwasseranlage kombiniert, bindet sich für die nächsten zwei Jahrzehnte an einen umweltschädlichen Energieträger. Wertvolle Zeit für eine Energiewende im eigenen Heizungskeller geht verloren.

Klimaschutz: Mit welcher Technik Sie wirklich umweltfreundlich heizen

Wer wirklich etwas für die Umwelt tun will, kauft sich eine Pelletsheizung. Bei der Kohlendioxidbilanz schneidet sie nach aktuellen Rechnungen des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) an der Universität Stuttgart mit Abstand am besten ab. So stößt ein Pelletskessel zum Beispiel in einem gut gedämmten, neuen Einfamilienhaus 250 Kilogramm Kohlendioxidäquivalente je Kilowattstunde Nutzwärme aus, eine Ölheizung, selbst wenn es sich um ein modernes Brennwertgerät handelt und selbst sie von einer Solarwärmeanlage unterstützt wird, mit 2.400 Kilogramm CO2-Äquivalent aber fast das zehnfache. Übrigens: Auch eine Luftwärmepumpe kommt beim heutigen Strommix in Deutschland mit 1.621 Kilogramm kaum besser weg als eine Erdgasheizung mit Solarunterstützung. Die detaillierten Berechnungen der Stuttgarter Wissenschaftler, die auch die Heizkosten der Systeme nebeneinander stellen, finden Sie auf deren Internetseite unter Heizkostenvergleich. Vielleicht kann das IWO einmal dazu etwas schreiben.

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