Heike Stang: „Mehr Lagervolumen auf kleinem Raum“

19/08/2014 | : Joachim Berner

Der Lagerhersteller A.B.S. Silo- und Förderanlagen aus dem baden-württembergischen Osterburken feiert 30-jähriges Jubiläum. Neben Lagerlösungen für Landwirtschaft und Industrie bietet das Unternehmen eine breite Palette an Gewebesilos für Holzpellets. Worauf es dabei ankommt, erklärt Geschäftsführerin Heike Stang.

Frau Stang, wann ist ihr Unternehmen in das Pelletsgeschäft eingestiegen und warum?
Die A.B.S. ist von Anfang an dabei. Durch unsere langjährige Erfahrung im Umgang mit Schüttgütern im Landwirtschafts- und Industriebereich war uns klar, dass sich flexible A.B.S-Lagerbehälter perfekt für den anspruchsvollen Brennstoff eignen. Als dann noch ein bekannter Kesselhersteller auf uns zukam, der die gleiche Idee hatte, war das die endgültige Bestätigung.

Wie wichtig ist der Pelletsmarkt für Ihr Unternehmen heute?
Die Pelletsabteilung ist heute nicht mehr wegzudenken. Sie ist neben der Landwirtschaft und der Industrie unser dritter und jüngster Bereich und macht im Schnitt ein Drittel unseres Marktvolumens aus.

Welche Bedeutung besitzt der Export von Pellets-Gewebesilos?
Eine hohe Bedeutung. Je nach Marktsituation in Deutschland beträgt der Exportanteil 50 Prozent oder mehr. Deswegen haben wir schon vor einigen Jahren eine eigene Exportabteilung  gegründet, die unsere ausländischen Kunden berät und passende Angebote für die jeweiligen Anforderungen des Landes ausarbeitet. Wir sind bereits in vielen Ländern vertreten und suchen weiter neue Partner.

A.B.S. stellt auch Lagertechnik für die Landwirtschaft und die Industrie her. Worin unterschieden sich die Anforderungen bei Gewebesilos für Holzpellets zu diesen?
In erster Linie unterscheiden sich die Bereiche in ihren einzulagernden Schüttgüter und deren unterschiedlichen Schüttguteigenschaften. Die Siloauslegung muss Ausflussstörungen wie Schachtbildung und Brückenbildung vermeiden. Entsprechend suchen unsere Fachleute die passenden Gewebe aus und definieren die optimale Silogeometrie. Holzpellets besitzen sehr gute Fließeigenschaften, was in der Industrie oft nicht der Fall ist. Die Raumbegrenztheit ist bei der Pelletslagerung eine besondere Herausforderung. Anders als in der Landwirtschaft und in der Industrie, in denen meistens hohe Scheunen oder Hallen zur Verfügung stehen, werden Pelletssilos oft in niedrigen, engen Kellerräumen aufgestellt. Aus diesem Grund hat die A.B.S. mittlerweile sechs Silotypen entwickelt. Eine weitere neuartige Vollraumlösung steht in den Startlöchern. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Entnahmemöglichkeiten der Kesselhersteller wird von unseren Experten der richtige Silotyp gewählt. Über 20 Entnahmeeinheiten für verschiedene Saugsysteme und die Direktbeschickung sind in unserem Lager vorrätig. Sonderlösungen sind  jederzeit möglich.

Welche Entwicklung der vergangenen Jahren erachten Sie für besonders bedeutsam bei der Pelletslagertechnik?
Die bedeutendste Entwicklung herauszupicken ist schwierig, denn es kommt auf so viele Faktoren an. Ein wichtiger Schritt war die Zertifizierung der Pellets. Die positive Folge war weniger Feinanteil im Lager. Die Entnahmeeinheiten der Kesselhersteller sind ausgereifter als zur Anfangszeit. Deshalb kommt es zu wenigen bis gar keinen Störungen. Eine Auswertung der Zeitschrift Pellets – Markt und Trends im Jahr 2011 zeigte deutlich, dass Betriebsstörungen bei Pelletsbunkern im Eigenbau im Gegensatz zu Fertiglagern viel häufiger vorkommen. Obwohl das bekannt ist, wird die Bunkerlagerung nach wie vor am häufigsten angewendet.

Wo sehen Sie noch Potenzial für Neuerungen?
“Weiter machen, nicht stehen bleiben” heißt unsere Devise. Deswegen arbeitet die A.B.S. an neuen Lösungen für ihre Kunden. Vollraumsysteme mit optimaler Austragung sind sicher der richtige Weg. Dabei ist es wichtig, die Pelletsqualität auf einem hohen Niveau zu halten.

Inwiefern haben sich die Anforderungen für Pellets-Gewebesilos in den vergangenen Jahren geändert?
Mehr Fassung auf kleinstem Raum – da sind gute Entwickler mit Erfahrung gefordert.

Woraus besteht das Gewebe?
Aus dauerhaft elektrostatisch ableitfähigem Hightech-Polyestergewebe, das durch ein unabhängiges Institut bestätigt wurde. Nur so haben unsere Silos auch die Zertifizierung “DIN geprüft” durch DIN CERTCO erhalten. Für besonders hohe Anforderungen verwenden wir ein exklusives Spezialgewebe, das der Firmengründer zusammen mit dem Gewebehersteller entwickelt hat.

Welche Fertigungsschritte laufen bei Ihnen im Hause ab?
Das Herzstück ist bei uns die Näherei. Über 20 verschiedene Gewebe kommen hier zum Einsatz. Der Zuschnitt erfolgt nach Maß anhand von Arbeitskarten und Zeichnungen.  Räumliches Vorstellungsvermögen hilft dem erfahrenen Fachpersonal das umzusetzen. Arbeitserleichterungen und eine Optimierung der Arbeitsschritte hat die A.B.S. durch das Fraunhofer Institut untersucht und umgesetzt.

Als erster Hersteller haben Sie ihre Gewebesilos von DIN CERTCO zertifizieren lassen. Welche Bedeutung messen Sie der Zertifizierung bei?
Genau genommen sind wir nicht der erste, sondern bis jetzt der einzige Hersteller, der sich neu zertifizieren hat lassen. Das Qualitätszeichen bescheinigt unseren Kunden, dass die Qualität der Holzpellets durch eine optimale Lagerung in einem Silo der A.B.S. gewährleistet ist. Prüfkriterien sind unter anderem Brandschutz, Belüftung, Statik oder Schutz vor elektrostatischer Aufladung.

Weitere Informationen: www.abs-silos.de

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